Engpass im Wertstoffzentrum

Es ist anscheinend ein unlösbares Problem: Im Grunde ist der Wertstoffhof Köllertal eine gute Sache, doch trotz Umstrukturierungen passiert es immer wieder, dass Anlieferer vor verschlossener Tür stehen, weil die Container voll sind und nicht rechtzeitig gegen leere getauscht werden können. Am Samstag war es wieder so weit.

Eigentlich ist das Wertstoffzentrum Köllertal samstags von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Doch am vorigen Samstag 28. Mai, waren die fünf großen Sammel-Container mit je 38 Kubikmeter Fassungsvermögen schon um 12 Uhr bis an den Rand gefüllt, so dass die gesamte Anlage um 12.15 Uhr geschlossen wurde.

Mitarbeiter beschimpft

Es waren nicht nur die Behälter für den Sperrmüll, die voll waren, sondern auch diejenigen für Bauholz, Bauschutt und für Metall. Zudem waren die Lagerkapazitäten für Elektro-Groß- und -Kleingeräte sowie für Kunststoff und Hausmüll erschöpft, so dass überhaupt kein Müll beziehungsweise keine recycelbaren Wertstoffe mehr angenommen werden konnte. Die Folge: Die Leute mussten ihre Sachen, statt sie problemlos abliefern zu können, wieder mit nach Hause nehmen. Verärgerte Anlieferer ließen ihren Unmut mit verbalen Attacken an den Mitarbeitern aus, die aber für die ganze Misere sicher nicht verantwortlich sind. In einer ähnlichen Situation wurde einer der Mitarbeiter durch das geschlossene Tor hindurch auch schon als "Nazi" beschimpft.

Nachdem drei abgewiesene Müllanlieferer die SZ-Redaktion Köllertal und einen SZ-Mitarbeiter auf die "unmögliche Situation" aufmerksam gemacht hatten, sprachen wir mit der Sprecherin des Entsorgungsverbands Saar (EVS), Marianne Lehmann, und mit dem Leiter der Anlage, Bernd Zimmer, über die Hintergründe der vorzeitigen Schließung.

Speziell am Samstag, so Zimmer, seien es ungewöhnlich umfangreiche Müllanlieferungen gewesen. Zimmer führt das auf den so genannten Brückentag am Freitag nach Fronleichnam zurück, an dem die Leute Zeit zum Entrümpeln gehabt hätten und sich daher in den Häusern viel Müll angehäuft habe. Er vermutet zudem, dass weitere Wertstoffzentren in näher gelegenen Kommunen an diesem Samstag geschlossen gewesen seien. Die zahlreichen Fahrzeuge mit NK-, SLS- und VK-Kennzeichen, die auf den Hof fuhren, hätten ihn in seiner Annahme bestärkt. Zimmer hat aber auch festgestellt, dass die Abgabemengen besonders beim Sperrmüll seit vorigem Herbst stetig angestiegen sind. Seither könnten sich die Mitarbeiter an einigen Samstagsschichten noch nicht einmal mehr eine kurze Kaffeepause genehmigen.

Zur allgemeinen Lage meint er, dass die Verlagerung der Öffnungszeit an Freitagen von nachmittags auf vormittags zwar das Problem mit dem Abholen der vollen Container gelöst habe, jedoch nicht die geballte Müllanlieferung auch an "normalen" Samstagen verhindern konnte.

EVS-Sprecherin Marianne Lehmann schilderte, dass der Wertstoffhof Köllertal seit Februar zehn Mal vorzeitig schließen musste. Das Problem sei bekannt, und man suche beim EVS schnellstmöglich nach einer Lösung.