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Südumgehung – jetzt wird Geld in die Hand genommen.
Kommt es doch, das Umgehungs-Wunder?

Astrid Klug
Astrid Klug FOTO: BeckerBredel
Riegelsberg. Kaum zu glauben: Das Land will bis 2020 etwa 600 000 Euro ins Planen der Südumgehung stecken. So weit war das Vorhaben in 44 Jahren nie gediehen. Von Fredy Dittgen

Neue Informationen zu der seit über 40 Jahren gewünschten Südumgehung für Riegelsberg überbrachte am Mittwoch Astrid Klug, Leiterin der Abteilung Klimaschutz, Energie, Verkehr und Luftfahrt im Saar-Wirtschaftsministerium, im Rahmen eines Infoabends im Riegelsberger Rathaus (dort war es auch um die bald in der Wolfskaulstraße anlaufenden Bauarbeiten gegangen – wir berichteten).


Laut Klug sollen rund 600 000 Euro Planungskosten für die Realisierung der so genannten „L269 Südumgehung“ in den Landeshaushalt 2019 eingestellt werden. „Wir haben uns entschieden, in das Planfeststellungsverfahren zu gehen. Bis 2020 werden wir das Geld in die Hand nehmen, um die Südumgehung zur Baureife zu bringen. Damit wäre die Südumgehung so weit, wie sie noch nie war“, sagte Astrid Klug. Sie begründete den jahrelangen Stillstand in Sachen Südumgehung damit, dass es in den zurückliegenden Jahren keine finanziellen Spielräume gegeben habe, um ein Projekt dieser Größenordnung zu stemmen. „Ab 2020 tun sich im Saarland aber neue finanzielle Spielräume auf. Deshalb will die Landesregierung dann verstärkt in die Infrastruktur investieren“, sagte Astrid Klug.

Die Südumgehung sei DAS Projekt, das die größte verkehrliche Wirkung hätte. „Damit hat dieses Projekt eine hohe Nutzen/Kosten-Wirkung und gute Chancen auf eine Realisierung“, so Klug weiter.



Thorsten Erbel, Fachbereichsleiter für Straßenplanung beim Landesbetrieb für Straßenwesen, stellte den geplanten Verlauf der Südumgehung noch einmal vor: Die 3560 Meter lange Straße umgeht Riegelsberg im südlichen Bereich. Sie beginnt am Schocksberg, verläuft am Waldrand vorbei und wird in Höhe des Friedhofes an die Autobahn A1 angeschlossen. Da die Holzer Straße dann von der Autobahn abgehängt wird, ist der Verkehr gezwungen, über die Südumgehung nach Püttlingen und Völklingen zu fahren, was in Riegelsberg zu einer enormen Entlastung der Wolfskaul- und der Hixberger Straße führen würde. Die Baukosten werden auf rund 18 Millionen Euro geschätzt.

Reini Roos, seit mehr als vier Jahrzehnten Sprecher der Bürgerinitiative Südumgehung, nahm die Ankündigungen skeptisch auf: „Ich kämpfe seit über 40 Jahren für die Südumgehung und bin jetzt 66 Jahre. Aber ich glaube, wenn meine Enkel mal so alt sind, werden sie immer noch keine Südumgehung haben.“

Vor 20 Jahren, am 23. September 1998, ist dieses Bild mit folgender Bildunterschrift in der Saarbrücker Zeitung erschienen: „Protest vor dem Rathaus: ‚Schluss mit Lärm und Gestank’ oder ‚Südumgehung jetzt’, forderten Riegelsberger auf Plakaten vor der jüngsten Gemeinderatssitzung, in der auch die Südumgehung auf der Tagesordnung stand. Der ‚Verein zur Verbesserung der Verkehrssituation in Riegelsberg’ hatte zu der Protestkundgebung aufgerufen.“ – Mancher mag es kaum glauben, dass nun tatsächlich nicht wenig Geld in die konkrete Planung fließen soll.
Vor 20 Jahren, am 23. September 1998, ist dieses Bild mit folgender Bildunterschrift in der Saarbrücker Zeitung erschienen: „Protest vor dem Rathaus: ‚Schluss mit Lärm und Gestank’ oder ‚Südumgehung jetzt’, forderten Riegelsberger auf Plakaten vor der jüngsten Gemeinderatssitzung, in der auch die Südumgehung auf der Tagesordnung stand. Der ‚Verein zur Verbesserung der Verkehrssituation in Riegelsberg’ hatte zu der Protestkundgebung aufgerufen.“ – Mancher mag es kaum glauben, dass nun tatsächlich nicht wenig Geld in die konkrete Planung fließen soll. FOTO: becker&bredel