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Elektro-Autos der Post schwärmen von Riegelsberg aus

Riegelsberg : Die Post kommt mit dem Elektroauto

Vom Russenweg aus werden täglich 31 000 Briefe in der Region zugestellt, vor Weihnachten sogar 35 000.

Gelb, leise, elektrisch: Seit einigen Wochen fällt auf, dass die Post statt mit den herkömmlichen Sprit schluckenden Lieferfahrzeugen mit posteigenen Elektro-Autos ausgefahren wird. Kein Wunder: Es gibt jetzt eine Station für diese Fahrzeuge am Riegelsberger Russenweg.

Doch der Reihe nach: Seit April werden Briefe und Pakete von der Deutschen Post DHL Group nicht mehr von den früheren Zustellpunkten (ZSP) in Riegelsberg, Püttlingen und Heusweiler versendet, sondern zentral vom Zustellstützpunkt Riegelsberg, der im Gewerbepark Am Russenweg seine Arbeit aufgenommen hat. Damit hat die Post auch im Köllertal die für mehrere Orte zuständige Verbundzustellung eingeführt. Die 1400 Quadratmeter große Betriebshalle für den ZSP hatte Jens Funk, Chef des Gewerbeparks, für eine Million Euro erbauen lassen. Baubeginn war im Spätsommer vorigen Jahres. Nach der Fertigstellung Anfang April hatte die Deutsche Post umgehend ihren neuen ZSP eingerichtet und in Betrieb genommen. Und dort kommen – auch im E-Mail-Zeitalter – noch etliche Briefe zusammen, nämlich 31 000 täglich, dazu kommen dann noch etwa 3000 Pakete täglich. Das berichtet Heinz-Jürgen Thomeczek von der Pressestelle Frankfurt der Deutsche Post DHL Group.

Und jetzt werden es noch mehr Briefe und Pakete, denn die Weihnachtszeit beginnt für die Post schon Anfang Oktober: Im Starkverkehr – wie es die Post nennt – werden täglich 35 000 Briefe und 4500 Pakete vom Russenweg aus gesendet. 68 Mitarbeiter, davon vier Teilzeitkräfte, kümmern sich um die Sendungen. Täglich werden 42 Elektrofahrzeuge, Street Scouter genannt, und zwei Autos mit konventionellem Antrieb beladen.

Im Starkverkehr erhöht sich die Zahl der Zustellfahrzeuge auf 45 Street Scouter und drei Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb. Im Bereich der Niederlassung Saarbrücken sind mittlerweile 172 Elektrofahrzeuge im Einsatz.

Da die Post bei der Suche nach geeigneten Elektro-Transportern nicht fündig geworden war, hatte sie selbst die Initiative ergriffen: Der Street Scouter wurde von der Deutsche Post DHL Group zusammen mit der Street Scouter GmbH und Instituten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen entwickelt. Der erste Prototyp des eigens für die Brief- und Paketzustellung entworfenen Elektroautos wurde 2012 getestet und erwies sich in puncto Ausstattung, Ladekapazität und Sicherheitsstandards als bestens für den Postdienst geeignet. Anfang 2014 wurden 150 Vorserienfahrzeuge in verschiedenen Zustellstützpunkten bundesweit in Betrieb genommen und auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit geprüft.

Heute fahren 6000 Street Scouter überwiegend auf Deutschlands Straßen für die Deutsche Post DHL Group. Die Reichweite der Fahrzeuge beträgt bis zu 80 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 85 Kilometern pro Stunde.