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Eine Tour von Chile nach BolivienSonne und Höhe lassen die Haut schneller altern

Eine Tour von Chile nach BolivienSonne und Höhe lassen die Haut schneller altern

Walpershofen/La Paz. Für eine kurze Zeit haben wir Chile verlassen, reisten durch Bolivien - und haben sehr viel gesehen. Die Reise ging über den höchstgelegenen See, die gefährlichste Straße, den größten Salzsee, die höchstgelegene Stadt bis hin zu dem klarsten Sternenhimmel - und noch vieles mehr

Walpershofen/La Paz. Für eine kurze Zeit haben wir Chile verlassen, reisten durch Bolivien - und haben sehr viel gesehen. Die Reise ging über den höchstgelegenen See, die gefährlichste Straße, den größten Salzsee, die höchstgelegene Stadt bis hin zu dem klarsten Sternenhimmel - und noch vieles mehr. Der Grund der Reise: Für das Zwischenseminar mit allen anderen Freiwilligen der Missionszentrale der Franziskaner mussten wir "Chileninnen" ins Nachbarland reisen. Glück für uns: So bekamen wir die Chance, eine weitere faszinierende Kultur kennenzulernen.Nach zwei Stunden Flug von Santiago de Chile aus kamen wir in La Paz an, eine Stadt mit etwa 900 000 Einwohnern und dem Regierungssitz. Sie ist mit einer Höhe von 3600 Meter die höchstgelegene Stadt der Welt - und sehr beeindruckend. Mit dem "Truffi" (Kleinbus) ging's vom Flugplatz hinunter ins Tal, in das Zentrum der Stadt. Gleich beim ersten Spaziergang war klar: In dieser Höhe ist es wesentlich anstrengender, einen Hügel hochzulaufen. Und wer den trockenen chilenischen Sommer mit 30-40 Grad Celsius gewöhnt ist, für den ist es in La Paz auch kalt. Mit dem typischen Coca-Tee wurden aber automatisch beide Probleme gelöst: Man bekommt warm, und die Cocablätter wirken beruhigend auf die Atmung.

Bolivien ist das ärmste Land Südamerikas, wesentlich ärmer und weniger entwickelt als Chile. Zwar haben wir in allen Städten viele Baustellen gesehen, doch die Backsteinhäuser ohne Farbe, aus denen die Städte zumeist bestehen, werden einfach im Rohbau stehen gelassen. Und die meisten Häuser besitzen trotz der Kälte nicht einmal Fenster, und wir fragten uns, ob sie wirklich bewohnt sind. Auf unserer gesamten Reise durch Bolivien haben wir auch nicht einen einzigen größeren Supermarkt gefunden. Dagegen gibt es an jeder Straße Frauen neben oder in einem Berg von Lebensmitteln, Hygieneartikel, Technik und vielem mehr.

Die bolivianischen Traditionen werden vor allem im Hochland sehr gewahrt. Die Mehrheit der Frauen trägt traditionelle Kleidung: ein oder mehrere übereinander gezogene lange Röcke, ein dicker Alpaca-Pullover, ein Schal und dazu den typischen Hut. Auf dem Rücken tragen sie in einem kunterbunten Tuch entweder ihre Kinder oder Einkäufe. Wenn man sich als Mädchen dazu entscheidet, eine traditionelle Bolivianerin zu werden, muss man sein Geld sparen, um sich die sehr teure Kleidung leisten zu können - und man darf sich von diesem Moment an nie wieder die Haare schneiden.

Ein Ausflug führte uns ins zehn Kilometer entfernte "Valle de Luna". Dieses "Mondtal" wirkt durch die tausenden Felsen, Felsspalten, Erdhügel und kraterähnlichen Formationen, die durch Erosionen im Lauf von Millionen von Jahren entstanden sind, tatsächlich wie der Mond. Schon am zweiten Tag machten wir einen Tagesausflug nach Copacabana. "Copacabana" bedeutet übersetzt aus der Sprache Aymara "Sicht auf den See". Die kleine Stadt liegt direkt am Ufer des höchstgelegenen Sees der Welt: dem Titicacasee! Der Blick von der Höhe auf den größten See Südamerikas ist wie ein Traum. Nach zweieinhalb Tagen La Paz machten wir uns auf den Weg nach Cochabamba, eine tiefer gelegene Stadt westlich von La Paz. Nach einer achtstündigen Busfahrt gab es dann das große Wiedersehen in unserem Seminarhaus mit allen anderen Freiwilligen der MZF. Darüber mehr im nächsten Bericht,

Muchos Saludos,

Caroline Himbert

Im Valle de Luna (Mondtal), von links: Julia (19), Caroline (19), Johanna (20) und Andrés aus Argentinien.
Ein kleiner Ausschnitt von La Paz.
Typischer Verkaufsstand.

Die meisten Bolivianer sprechen kein Spanisch, sondern Quechua oder Aymara. Daher war es für uns nicht immer leicht, alles direkt zu verstehen. Und obwohl 95 Prozent der Bevölkerung katholisch sind, leben die Menschen nach einem eigenem Mondkalender und vermischen ihre Inka-Traditionen mit den katholischen. Die Bolivianer wirken sehr gelassen, wesentlich ruhiger und weniger aufdringlich als andere Südamerikaner. Ihre Haut ist durch die Sonneneinstrahlung in den Höhenlagen gezeichnet, so wirken sie oft älter, als sie in Wirklichkeit sind.