Eine Rostkur für die Kirchturmuhr

Schon vor Jahren hatte Rost die Zeiger der Turmuhr an der evangelischen Kirche in Riegelsberg gestoppt. Doch jetzt bekommt die Uhr vier neue Zifferblätter und acht neue Zeiger.

"Ein Kirchturm ohne funktionierende Uhr ist gar kein richtiger Kirchturm." Das sagen die meisten Mitglieder seiner Kirchengemeinde, berichtet Pfarrer Tobias Kaspari. Gleich vier große Zifferblätter zieren den Turm der evangelischen Kirche Riegelsberg, doch die Zeit lässt sich schon seit Jahren nicht mehr ablesen. Nach und nach sind die Zeiger festgerostet und stehen nun - je nachdem, von welcher Seite man den Turm betrachtet - auf 12.10 Uhr, 17.05, 11 und 19.10 Uhr.

Außerdem, so Kaspari, bestand immer die Gefahr, dass Teile herabfallen, wenn nichts geschieht.

Zuerst habe man im Kreise der Gemeinde überlegt, Zifferblätter und Zeiger zu entfernen. Man hätte in Riegelsberg also einen Kirchturm ohne Uhr gehabt. Doch schließlich hätten sich die Gremien entschlossen, die alten Zifferblätter und Zeiger durch neue zu ersetzen. Rund 8000 Euro lässt sich die Gemeinde diese Aktion kosten.

Jetzt werden vier neue Zifferblätter in luftiger Höhe von Spezialisten aus Straßburg angeschraubt. Gestern haben Frank Hauser, Serge Jacob und Marc-Olivier Waller von der elsässischen Firma Voegele damit begonnen, die alten Teile in fast 20 Metern zu demontieren. Dazu mussten die Männer, mit allerlei Seilen und Haken gesichert, den Turm erklimmen.

Küsterin Gertrud Glombar ist seit 1990 - als Nachfolgerin ihrer Mutter - im Amt. Wie alt die bisherigen Zifferblätter sind, weiß sie nicht, "ich kann mich an keine anderen erinnern". Das Uhrwerk, im Turm geschützt vor Wind und Wetter, ist noch funktionstüchtig.