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Einbruch-Gefahr unter einem Prozent im Köllertal

Recht geringe Einbruchs-Gefahr : Wenig gelungene Einbrüche – Schutz hilft

Wie sieht es eigentlich mit der Gefahr von Wohnungseinbrüchen im Köllertal aus, wenn man ihre Anzahl ins Verhältnis zu der Zahl der Wohnungen setzt? Das statistische Landesamt verzeichnet für alle drei Köllertal-Kommunen zusammen 25 335 Wohnungen (in 16 894 Wohngebäuden); genauer: 9298 Wohnungen in Püttlingen, 8750 in Heusweiler und 7287 in Riegelsberg.

Im Jahr 2017 gab es im Köllertal 81 Wohnungseinbrüche (33 in Püttlingen, 21 in Heusweiler, 27 in Riegelsberg). Die tatsächliche „Chance“, dass im Jahr 2017 im Köllertal in die eigene Wohnung eingebrochen wurde, lag also bei 0,32 Prozent (wohl gemerkt: nicht 32 Prozent, sondern 0,32 – in Püttlingen bei 0,35, in Heusweiler bei 0,24, in Riegelsberg bei 0,37 Prozent). Diese Zahl könnte man zudem noch halbieren, da die Polizeistatistik auch die gescheiterten Einbrüche zu den Wohnungseinbrüchen zählt – was allerdings Sinn macht, da auch bei versuchten Einbrüchen Schäden angerichtet werden.

Die tatsächliche „Gefahr“ ändert sich natürlich mit der realen Örtlichkeit. So waren von den Einbrüchen kaum Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, sondern überwiegend Einfamilienhäuser betroffen, und es liegt in der Natur der Sache, dass von der Rückseite leicht zugängliche Häuser (die meisten Einbrecher kommen durch die Terrassentür), ebenfalls stärker betroffen sind.

Warum aber gehen Menschen oft von einer höheren „Gefahrenlage“ aus? „Da spielen viele Faktoren eine Rolle“, sagt Patrik Siegwart, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion (PI) Köllertal, und geht auf einen Punkt näher ein: „Das hängt zum Beispiel subjektiv mit Situationen zusammen, die jeder von uns im öffentlichen Raum erlebt.“ Denn auch wenn es etwa im eigenen Wohnumfeld „ordentlich“ aussieht, kommt man, vielleicht beim Einkaufen oder im Arbeits-Umfeld in der größeren Stadt, „durch Bereiche, die mit Graffiti verschmiert oder zugemüllt sind“, oder man sieht auch Menschen, deren Auftreten nicht wirklich vertrauenerweckend ist, „und man fühlt sich unwohl“ – und das „nicht zu unrecht“ wenn man berücksichtige, dass Menschen ja auch über einen gewissen Schutzmechanismus verfügen, um auf Gefahren – gegebenenfalls durch Flucht – zu reagieren.

Zudem ist eine statistisch geringe Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Einbruchs zu werden, natürlich kein Trost für Betroffene. Und eine Statistik sagt auch nichts über die Verteilung aus. So sind auch Patrik Siegwart Fälle bekannt, „da wurde drei, vier Mal bei den selben Leuten eingebrochen“. Dass man in solchen Fällen den Opfern nicht mit Statistiken zu kommen braucht, ist nachvollziehbar.

Seit einigen Jahren setzt die Polizei auch verstärkt auf Aufklärungskampagnen, wie man Einbrechern das Leben schwer macht, und das scheint Früchte zu tragen: Inzwischen, so Siegwart, scheitern im Köllertal etwa die Hälfte der Einbrüche – zum Beispiel an gut gesicherten Fenstern und Türen. Tendenz: steigend.