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Ein Damm-Baumeister in Walpershofen

Ein Damm-Baumeister in Walpershofen

Die erst voriges Jahr abgeschlossene Renaturierung des Köllerbachs im Bereich Walpershofen scheint nicht nur den Menschen zu gefallen: Jetzt hat sich ein Biber angesiedelt und einen Damm gebaut.

Castor Fiber heißt der aktuelle Neubürger von Walpershofen . Es handelt sich dabei aber nicht um einen jamaikanischen Studenten, sondern um ein pelziges Säugetier, das im Wasser lebt: den europäischen Biber. Alban Alt, der Naturschutzbeauftragte für Walpershofen , hat dieses erfreuliche Ereignis jetzt gemeldet. Im Köllerbach, hinter der Heusweiler Straße und in der Nähe der Neumühle, hat Alt die Spuren des Neubürgers entdeckt: "Die Renaturierung des Köllerbachs auf unserem Ortsgebiet scheint dem Biber zu gefallen. Als Landschaftsgestalter der natürlichen Art hat er seine Arbeit aufgenommen, ohne Kosten und zum Vorteil vieler anderer Bewohner in und am Bachlauf, hat er einen Damm gebaut", sagt Alt.

Ob es der gleiche Biber ist, der sich im September 2015 im Köllerbacher Ortsteil Etzenhofen angesiedelt hatte und dessen Damm im Februar vorigen Jahres durch ein Hochwasser zerstört wurde (die SZ berichtete), könne man nicht sagen - möglich ist es, doch es kann auch ein neuer Biber sein. Alt freut sich jedenfalls sehr über den Neubürger: "Nachdem der Mensch das Biotop Köllertalaue auf optimale Weise geschaffen hat, stellen sich jetzt weitere Tiere und Pflanzen ein."

Diese Entwicklung sei noch lange nicht abgeschlossen und bleibe spannend. "Sie führt zu einem stabilen Ökosystem. Der Bach als Lebensraum und die Aue, ihn begleitend, werden von der Natur gestaltet und Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten werden", prophezeit Alt.

Die eigentliche Biberburg - also die "Wohnung" des Bibers - hat er noch nicht entdeckt, doch sie muss da sein. Schließlich errichten Biber ihre Dämme, damit der Eingang zur "Burg" möglicht unter Wasser bleibt.

Rund 100 Jahre nach ihrer Ausrottung sind die Biber im Saarland wieder heimisch geworden. Mittlerweile leben mehr als 500 Tiere in den Gewässern von Ill, Blies, Bist, Saar, Prims und inzwischen eben auch am Köllerbach. Die Gefahr des Aussterbens scheint gebannt zu sein.