Eifrig die Holzklepper gedreht

Junge Leute mit Kleppern waren wieder im ganzen Köllertal unterwegs. Wir haben eine Gruppe in Riegelsberg begleitet. Die Kleppern ersetzen traditionell an Karfreitag und Ostersamstag die Kirchenglocken.

Laut Überlieferung verstummen die Kirchenglocken zum Gründonnerstag und fliegen nach Rom, um ihre Beichte abzulegen oder - so eine andere Lesart - sich vom Papst segnen zu lassen. Das Schweigen der Kirchenglocken steht für die Grabesruhe Christi. An Ostern kommt das Glockengeläut zurück. In der Zwischenzeit erinnern Klepper-Kinder an die Gebets- und Gottesdienstzeiten.

Mit Nina Lehmon (12), Anna Schaußen-Zianz (13) und deren Schwester Laura (14), Lena Blanck (14), Emelie Hopf (14), Victoria-Elisabeth Klet (8) und Hannah Rödel (8) zog Svenja Maximini an Karfreitag für jeweils eine Stunde um 8 Uhr, um 12 Uhr und um 18 Uhr sowie an Karsamstag um 8 Uhr durch ihr Wohngebiet. Die 14-jährige Svenja führte eine Gruppe von Messdienern und Kommunionskindern an, die mit insgesamt 26 Jugendlichen und elf Betreuern aus der Pfarrei St. Matthias den Osterbrauch des Klepperns in Riegelsberg in Ehren hielten. Von der Ritzwiesenstraße zum Kasberg, in die Kantstraße, Mozartstraße, Waldstraße, Teile der Saarbrücker Straße zurück in die Beethovenstraße trotzten die Schülerinnen mit Regenschirm und Kapuzenjacke der Kälte und dem Regen. Eifrig drehten sie die Holzkleppern, auch Ratschen genannt, und hauchten ab und zu mit dem eigenen Atem ihre Finger warm.

Am Samstag klingelten die Klepper-Mädchen an den Haustüren und baten um Geld- oder Eierspenden. "Davon finanzieren wir Freizeitfahrten der Messdiener", erzählte Svenja Maximini. "Im Schnitt öffnet jeder zweite die Tür und wirft ein bis zwei Euro in die Spendenbox oder schenkt uns süße Wegzehrung", sagte Nina Lehmon. "Manche geben uns auch 6 oder 12 frische Eier mit, die wir bemalen können", freute sich Anna Schaußen-Zianz, die ihre evangelische Freundin Lena überreden konnte, beim Kleppern mitzumachen. "Ich habe sofort zugesagt, als Anna mich fragte, und meine Eltern meinten nur: Hauptsache, ich bewege mich an der frischen Luft", erklärte Lena Blanck.

"Dass sich Nachbarn beschweren, wir würden sie aus dem Schlaf reißen mit unseren Ratschen, ist uns noch nicht zu Ohren gekommen", sagte Emelie Hopf. "Vielmehr heißt es: ‚Oh, wir haben euch gar nicht gehört, sonst hätten wir euch doch etwas in die Spendenbox gegeben' ", ergänzte Laura Schaußen-Zianz.

Das frühe Aufstehen war für Victoria-Elisabeth Klet kein Problem: "Ich bin eh ein Frühaufsteher." Hannah Rödel wäre lieber noch etwas länger im Bett geblieben, sie freute sich zum Ende ihres ersten Rundgangs, sich wieder aufwärmen zu können. Mutter Kerstin rubbelte sie schnell warm und meinte: "Irgendwie passt das Wetter ja zum Karfreitag. Es war ja auch kein schöner Tag für Jesus. Dieser kalte, verregnete Morgen lässt die Kinder das gut nachempfinden."