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Bagger rollen in die Wolfskaulstraße - Teil 1
Jetzt gibt’s doch Asphalt-Geflüster

Schon Jahrzehnte nerven Verkehr und Lärm die Anwohner der Riegelsberger Wolfskaulstraße – dieses Foto entstand vor zehn Jahren.
Schon Jahrzehnte nerven Verkehr und Lärm die Anwohner der Riegelsberger Wolfskaulstraße – dieses Foto entstand vor zehn Jahren. FOTO: BeckerBredel
Riegelsberg. Die Wolfskaulstraße wird nun doch mit „Flüsterasphalt“ saniert. Am 3. September geht’s los, Behinderungen inklusive. Von Fredy Dittgen

Brechend voll war der Riegelsberger Rathaussaal beim Informationsabend am Mittwoch zur geplanten Neuasphaltierung der Wolfskaulstraße. „Ich bin überrascht über den so zahlreichen Besuch“, staunte Bürgermeister Klaus Häusle. Verkehrs- und Bauexperten des Saar-Wirtschaftsministeriums und des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) gaben Auskunft über die anstehende Straßensanierung und auch über den neuesten Stand der Planungen zur Südumgehung (Bericht darüber folgt). Die gute Nachricht insbesondere für die Anwohner der Wolfskaulstraße vorneweg: Es soll nun doch „Flüsterasphalt“ zum Einsatz kommen.


Ursprünglich hatte der LfS angekündigt, „normalen“ Asphalt in der Wolfskaulstraße aufzubringen – und das, obwohl ein Lärmgutachten sowie Gemeinderat und Gemeindeverwaltung Riegelsberg vehement den „Flüsterasphalt“ gefordert hatten (die SZ berichtete).

Diplom-Ingenieur Wolfgang Sauer vom LfS quälte die Besucher zunächst fast eine Stunde lang mit allgemeinen Informationen zu den Themen Baurecht, Vergabewesen, Lärmtechnik und Bautechnik, bevor er zum eigentlichen Projekt Wolfskaulstraße kam – und zur erwähnten Ankündigung, dass nun doch kein herkömmlicher Asphalt verbaut wird, sondern „Splitt Mastix 5“, der eine Lärmminderung von 4 bis 4,5 Dezibel im Vergleich zu herkömmlichem Belag bedeute.



„Dieser Asphalt ist mindestens so gut, wenn nicht noch besser, als  der Asphalt in der Hixberger Straße“, sagte Sauer. In der Hixberger Straße war vor sechs Jahren ein „Flüsterasphalt“ einer anderen Marke aufgebracht worden, der den Lärm deutlich minderte. Einen solchen Asphalt forderte die Gemeinde deshalb auch für die Wolfskaulstraße. Zunächst hatte der LfS aber abgelehnt. Bürgermeister Häusle betonte in der Versammlung, dass er deshalb viele intensive Gespräche mit dem LfS geführt und darauf bestanden habe, dass auch in der Wolfskaulstraße ein lärmmindernder Asphalt eingebaut wird. „Jetzt haben wir eine Lösung gefunden, die hoffentlich besser ist als die ursprünglich geplante“, so Häusle.

Wichtig bei der jetzt gefundenen Lösung sei nicht nur die Lärmminderung, sondern auch die Langlebigkeit des Asphalts: „Der Splitt Mastix 5 hält wesentlich länger als der Asphalt in der Hixberger Straße. Dort gibt es schon jetzt einige Mängel“, sagte Häusle.

Die Besucher der Infoveranstaltung zeigten sich zufrieden mit der Lösung, bestanden aber auf weiteren lärmmindernden Maßnahmen. Einig waren sich alle, dass es Geschwindigkeitskontrollen und Strafen für Parksünder geben solle. So wurde berichtet, dass im Kreuzungsbereich Wolfskaulstraße/Hixberger Straße „lebensgefährliche“ Zustände herrschen würden. Autos würden verkehrswidrig im Umfeld einer Bäckerei parken, Fußgänger würden auch auf dem Zebrastreifen durch Lkws und zu schnell fahrende Autos gefährdet. Hier müsse die Gemeinde frühmorgens „mal den Hipo vorbeischicken“, forderten mehrere Anwohner. Auch das Aufstellen einer Geschwindigkeitsanzeigetafel sowie ein Fahrverbot für Lkws wurden gewünscht.

Uneinig waren sich die Anwohner dagegen über das Einführen von „Tempo 30“. Diese Geschwindigkeitsreduzierung war eine der von der Gemeinde im Lärmaktionsplan geforderten Maßnahmen. Wie Klaus Häusle sagte, ist die Untere Verkehrsaufsichtsbehörde beim Regionalverband derzeit dabei, den Tempo-30-Antrag der Gemeinde zu prüfen. Mit der Antwort rechne man in Kürze. Doch einige Anwohner wollen gar kein Tempo 30, sie bezweifeln, dass das den Lärm verringert. Stephan Müller-Kattwinkel (CDU) wies allerdings darauf hin, dass Tempo 30 in der Wolfskaulstraße weniger wegen des Lärms, sondern in erster Linie aus Sicherheitsgründen eingeführt werden soll. Allerdings wird auf Landstraßen – in diesem Fall die L 139 –, eher selten Tempo 30 angeordnet.