Dramatisches Klangfeuerwerk

Haydns Sinfonie Nummer 21 und Mozarts Konzert für Flöte und Harfe standen unter anderem auf dem Programm des Kammerorchesters, unterstützt von den Solistinnen Stefanie Faust mit der Querflöte und Harfenistin Verena Jochum.

Herrliche Sinfonien sind das Ding des Kammerorchesters Riegelsberg und seines Dirigenten Ewald Becker. Das zeigte sich am zweiten Weihnachtsfeiertag beim Konzert in der gut besuchten Riegelsberger Pfarrkirche St. Josef. Sinfonien waren auch das Ding des Komponisten Franz Joseph Haydn im 18. Jahrhundert. Er gilt als Schöpfer der klassischen Sinfonie, ihm schreibt man zu, die Gattung aus der untergeordneten Bedeutung eines Vorspiels zu einer Oper oder eines Oratoriums zur selbstständigen Orchestermusik erhoben zu haben. Neben dem Wechsel zwischen den Teilen "schnell - langsam - schnell" hat der Komponist seitdem zu beachten, den Streichern die zentrale Rolle zuzuschreiben. Bläser waren meist Begleitinstrumente.

Was in Haydns Sinfonie mit der Nummer 21 - die hatte Becker zum Auftakt des weihnachtlichen Konzertes ausgewählt - nicht heißt, dass das Blechregister, allen voran die Hörner, kurz für dramatische Momente sorgen darf. Schön, wenn ein Orchester das so fein herausarbeitet, wie Becker mit seinen Musikern. Im Finale des Werks entfaltet sich dann zur Tempovorgabe "Allegro molto", also sehr schnell, das Haydn-typische dramatische Klangfeuerwerk. Sinfonien waren auch das Ding des Wolfgang Amadeus, dessen Konzert für Flöte und Harfe einen kurzen Umbau im Riegelsberger Kirchenschiff notwendig machte. Flöte und Harfe waren allerdings überhaupt nicht Mozarts Ding. Die Flöte sei ihm im Klang zu unrein gewesen, heißt es. Die Harfen seiner Zeit seien oft verstimmt gewesen, ihre Saiten oft gerissen, so die Begründungen für diese Abneigung. Was den Meister dennoch bewogen hat, ein Konzert zu schreiben, das die beiden ungeliebten Instrumente derart in den Vordergrund rückt? Schlecht laufende Geschäfte und ein Engagement beim Duc de Guines, dessen Tochter Mozart Kompositionaunterricht erteilte. Neben dem Klavier spielte sie gerne das damalige Modeinstrument Harfe, ihr Papa, der Herzog, liebte das Flötenspiel und gab besagtes Konzert in Auftrag.

Die Abneigung hört man dem Werk selbstverständlich nicht an, es klingt meist sehr romantisch. Um das Werk angemessen zu spielen, hatte das Kammerorchester die Solistinnen Stefanie Faust mit der Querflöte und Harfenistin Verena Jochum eingeladen. "Beide sind gebürtige Saarländerinnen, die bereits in früheren Jahren mit dem Orchester musiziert haben", sagte Hans Buschauer, der Vorsitzende des Kammerorchesters, bei seiner Begrüßung. Weiter gab es Carl Philipp Emanuel Bachs Sinfonie Nummer fünf in H-Moll und Johann Melchior Molters Concerto Pastorale.

Georg Gershwins modernere Komposition Lullaby bildete den Abschluss des Programms. Das durfte aber nicht ohne seinen traditionellen, stimmungsvollen Höhepunkt zu Ende gehen. Die finale Melodie und der dazu gehörende Text, den Johannes Falk 1816 dichtete, ist allen bekannt, und so sangen viele mit: "Oh du fröhliche!".