Dokumentarfilm über die Riegelsberger Stolpersteine

Kostenpflichtiger Inhalt: Gedenken an die Opfer des NS-Regimes : Film über die Riegelsberger Stolpersteine – Schüler bringen sie auf Vordermann

Der Dokumentarfilm „Stolpersteine für Riegelsberg“ skizziert die Schicksale der jüdischen Familien, die einst im Ort lebten und schildert das Wirken des Aktionsbündnisses Stolpersteine in Kooperation mit der Gemeinschaftsschule .

Im Jahr 2015 wurden in Riegelsberg die ersten „Stolpersteine“ für die Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft verlegt: 13 kleine Gedenksteine in Form von Pflastersteinen erinnern an die jüdische Familie Neumark aus der Talstraße, an Familie Groß aus der Invalidenstraße und an die Familien Salmon und Albert aus der Kirchstraße. Eine Grundlage für das Verlegen der Stolpersteine hatte die Riegelsberger Journalistin und SZ-Mitarbeiterin Monika Jungfleisch zusammengetragen; sie hatte die Schicksale der jüdischen Familien recherchiert und das „Aktionsbündnis Stolpersteine für Riegelsberg“ ins Leben gerufen.

Auch durch die Kooperation mit der Leonardo-da-Vinci-Gemeinschaftsschule sei es dem Aktionsbündnis gelungen, eine nachhaltige Erinnerungskultur für die Gemeinde Riegelsberg anzustoßen, sagt Monika Jungfleisch.

Viel ist seit dem Verlegen der ersten Steine in Riegelsberg passiert. In einem rund 30-minütigen Dokumentarfilm zeichnen Monika Jungfleisch und der saarländische Filmemacher Daniel Weber die Anfänge des Stolperstein-Projekts nach, skizzieren die Schicksale die jüdischen Familien in Riegelsberg und lassen Zeitzeugen zu Wort kommen. Im Mittelpunkt des Films steht die aktive Mitarbeit der Leonardo-da-Vinci-Gemeinschaftsschüler beim Verlegen der Stolpersteine im April 2015 sowie ihre vielfältigen Aktivitäten beim alljährlichen Putzen der Steine jeweils zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht. Die Premier des Films war am Donnerstagabend im Riegelsberger Rathausfestsaal. Etwa 130 Zuschauer waren gekommrn, schildert Volker Junge, ein Sprecher des Aktionsbündnisses Stolpersteine. Nicht nur Lehrer und Schüler der Leonardo-Schule sowie Vertreter der Lokalpolitik, auch viele interessierte Bürger haben sich den etwa 30-minütigen Dokumentarfilm angesehen, „das war viel erfolgreicher, als wir erwartet hatten“, freut sich Junge.

Monika Jungfleisch schildert: „Anhand des Schicksals der Familie Gross aus der Invalidenstraße macht der Film deutlich, dass Widerstand gegen das NS-Regime möglich war. Schließlich haben mutige Nachbarn die Jüdin Adele Gross und ihre beiden Söhne Erich und Paul vor der Gestapo versteckt.“ Zu guter Letzt gehe es in dem Film auch um die Fragen, warum das Erinnern an die Verbrechen der NS-Zeit heute noch wichtig ist, und welche Eindrücke die Beschäftigung mit der Geschichte vor der eigenen Haustür bei Jugendlichen hinterlässt.

Diesen Freitagmorgen war zudem in Riegelsberg zu einer Gedenkfeier mit Landtagspräsident Stephan Toscani in die Leonardo-Da-Vinci-Schule eingeladen worden. Im Anschluss – das Wetter hielt – machten sich Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen wieder ans Säubern der 13 Stolpersteine.

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