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Der weite Weg zum Stadtbalkon

Riegelsberg. Der Stadtbalkon soll zum Blickfang am neugestalteten Riegelsberger Marktplatz werden. Lange war es fraglich, ob das Projekt verwirklicht wird. Nun sieht es ganz gut aus, doch einige Hürden sind noch zu überwinden. Michael Emmerich

Bei der Neugestaltung des Riegelsberger Marktplatzes ist der Stadtbalkon, ein neun mal neun Meter großer Pavillon an der Ecke Rathausstraße/Saarbrücker Straße, ein wichtiger Punkt im Gesamtkonzept. Bürgermeister Klaus Häusle (SPD ) und Zentrumsmanager Hugo Kern ließen von Anfang an jedoch keinen Zweifel, dass dieses Vorhaben nur dann umgesetzt wird, wenn ein Investor auf den Plan tritt.



Der ist nach langwieriger Suche gefunden (wir berichteten). Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung will ein Riegelsberger Unternehmer den Bau finanzieren (geschätzte Kosten: 300 000 Euro) und den Stadtbalkon an einen Pächter aus dem Ort vermieten. Dieser, bisher in einem anderen Geschäftsbereich tätig, will darin ein Burger-Restaurant mit Kiosk und Cocktailbar betreiben.

Bis es so weit ist, müssten noch einige Hürden genommen werden, sagt Häusle. Den weiteren Weg skizziert der Rathauschef so: Der Bebauungsplan wird vier Wochen offengelegt, Ende August berät der Bauausschuss über die Ergebnisse der Offenlegung, am 12. September soll der Gemeinderat eine Satzung zum Bebauungsplan beschließen. Nach Häusles Worten bleibt die Gemeinde Eigentümerin des Geländes, auf dem der Stadtbalkon entsteht. "Ein Erbbaurechtsvertrag und ein Durchführungsvertrag sind zu schließen. Erst wenn die Verträge unterschrieben sind, ist klar, dass das Projekt laufen wird", sagt Häusle. Ziel sei, dass die "Hülle" des Stadtbalkons vor dem Winter steht, damit in der kalten Jahreszeit der Innenausbau folgen kann.

Der Stadtbalkon besteht aus zwei ineinander verschachtelten Würfeln (Kuben). Im oberen Kubus findet das Restaurant Platz. Es wird Sitzbereiche für die Gäste, eine Bar, ein Bistro, eine Küche und die Essensausgabe enthalten. Zudem ist im Außenbereich eine Sonnenterrasse geplant. Im Erdgeschoss ist der Kiosk, im Keller sind Toiletten geplant. Im Erdgeschoss besteht zudem die Möglichkeit, dass weitere Anbieter einziehen können, zum Beispiel aus den Bereichen Einzelhandel oder Dienstleistung.

Zum Thema:

Hintergrund In der Berichterstattung zum Stadtbalkon haben wir geschrieben, dass ein "Slow-Food-Burger"-Restaurant geplant sei. Dazu meldet sich Holger Gettmann zu Wort, 1. Vorsitzender von Slow Food Saarland. Er betont, "Slow Food " sei als Marke geschützt, dürfe nicht nach Belieben genutzt werden. Die Einräumung von Nutzungsrechten sei nötig. Es gebe Unternehmen, die sich die Philosophie von Slow Food zu eigen gemacht haben. Diese Unterstützer seien, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, berechtigt, das Schneckenlogo von Slow Food zu führen. Ob im Fall Stadtbalkon diese Kriterien erfüllt würden, könne Slow Food nicht beurteilen, "da wir den Investor nicht kennen". me