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Der 2000-Seelen-Ort Walpershofen hat viel zu bieten

Der 2000-Seelen-Ort Walpershofen hat viel zu bieten

Walpershofen. "Walpershofen ist der schönste Ortsteil von Riegelsberg." Mit diesem glühenden Bekenntnis zu seinem Heimatort fasste der Walpershofer Ortsvorsteher Werner Hund seine Liebe zu Land und Leuten in dem rund 2000-Seelen-Ortsteil zusammen

Walpershofen. "Walpershofen ist der schönste Ortsteil von Riegelsberg." Mit diesem glühenden Bekenntnis zu seinem Heimatort fasste der Walpershofer Ortsvorsteher Werner Hund seine Liebe zu Land und Leuten in dem rund 2000-Seelen-Ortsteil zusammen. Gemeinsam mit 13 weiteren "Anhängern seines Ortes" hatte sich der Ortvorsteher zur SZ-Aktion "Unser Ort hat viele Gesichter" auf dem Kleinspielfeld hinter der Köllertalhalle zum Gruppenbild eingefunden.

"Hier kennt man sich, hier kümmern sich die Menschen umeinander", sagte Hund.

Ein Urteil, das Christel Kiefer (74) und ihr Mann Gerhard (77) aus vollem Herzen bestätigen können. "Ich war schwer krank. Wenn mein Mann vom Einkaufen zurückkam, hat er mir immer erzählt, dass das halbe Dorf gefragt hat, wie es mir geht", erzählt Christel Kiefer. "Das hat mir richtig gutgetan zu wissen, dass da Menschen sind, die sich um mich sorgen."

Dieser Gemeinschaftssinn, den die beiden Eheleute ansprechen, ist auch für Walter Brandstetter (79) wichtig. "Ich bin vor knapp 60 Jahren aus dem Schwarzwald hierher gezogen. Ich habe mich von Anfang an sauwohl gefühlt. Als Schreiner fand ich hier gute Arbeit und habe mich schnell ins Vereinsleben integriert. Auch im Vorstand des Turnvereins habe ich aktiv mitgearbeitet. Alle Einheimischen wissen, wer ich bin. Ein schönes Gefühl."

Ursel Blaß (67) ist ebenfalls eine "Zugezogene", wenn auch nicht von ganz so weit wie Walter Brandstetter. Sie kam vor 45 Jahren aus Riegelsberg. "Ich fühlte mich im Turnverein und der Ortsgemeinschaft gut aufgehoben. Da ich in der Nähe des Oweihers wohne, gehe ich dort gerne spazieren. Die Natur um uns herum ist einmalig schön."

Für Pascal Altmayer (30) ist der Zusammenhalt im Ort ein ganz wichtiges Argument, "auf dem Land" zu leben. "Ich kann mir nicht vorstellen, woanders zu wohnen", erklärt der Löschbezirksführer im tiefsten Ton der Überzeugung.

Helga Nilius (70) bezeichnet sich augenzwinkernd gerne als "Ureinwohnerin" von Walpershofen. "Wir leben in der dritten Generation hier. Ich bin in Walpershofen groß geworden, ich möchte niemals hier raus. Die Nähe zur Natur, der Oweiher, die lieben Menschen in meiner Nachbarschaft, all das möchte ich nicht missen."

Bernd Schampel (42), der am "Bannstein" zu Riegelsberg wohnt und sozusagen von der Höhe auf Walpershofen blicken kann, schätzt an seinem Wohnort die verkehrsgünstige Lage, gewissermaßen im Herzen des Köllertals. "Dank Saarbahn und guten Busverbindungen ist man schnell in Püttlingen, Heusweiler, Riegelsberg oder Saarbrücken. Mein Lieblingsort ist neuerdings die Ortsmitte mit der 'schönsten Brücke des Saarlandes'. Klar, die Baustelle nervt auch mich. Aber die Misstöne, die man wegen des Umbaus der Ortsmitte allenthalben hört, stören mich. Ich hoffe, dass wir alle, die wir jetzt so sehr unter den schleppenden Bauarbeiten leiden, durch eine wunderschön gestaltete Ortsmitte entschädigt werden."

Der Umbau der Ortsmitte mit der Baustelle und den langen Wartezeiten an der Ampel ist momentan das Hauptthema im Ort. Ortsvorsteher Hund hofft, dass zum Jahresende deutliche Fortschritte zu sehen sind und die Bürger dann erkennen, wie schön die neue Ortsmitte wird: "Der offene Blick und der Zugang zum Köllerbach, der Spielplatz, der Hirtenbrunnen, die Freiflächen in der Ortsmitte, all das wird unseren Ort aufwerten und neu beleben. Genauso wie das Baugebiet unterhab der katholischen Kirche. Hier warten 11 Baustellen auf neue Eigentümer. Über die Hälfte sind verkauft, einige sind vorgemerkt. Die Schließung der Grundschule vor einigen Jahren war ein harter Schlag für uns. Doch nun setzen sich engagierte Eltern für eine Montessori-Grundschule in den alten Räumlichkeiten ein. Wenn das Projekt umgesetzt wird, könnte auch dieser Platz wiederbelebt werden."

Die Vereinsstruktur in Walpershofen bezeichnet Werner Hund als sehr befriedigend. "Viele unserer Vereine sind über 100 Jahre alt, wie der Obst- und Gartenbauverein, der Kleintierzuchtverein und die Freiwillige Feuerwehr. Unsere Vereine sind besonders mitgliedsstark und auch erfolgreich. So zählt der Turnverein über 650, der Fußballverein über 300 und der Angelsportverein über 150 Mitglieder. Die Volleyballer spielen in der Oberliga Rheinland-Pfalz-Saarland."

Besonders erwähnenswert für Walpershofen ist die Anzahl der Friedhöfe: Es gibt drei Kirchen und vier Friedhöfe: den katholischen neben der Peter- und Paul-Kirche Am Lohberg, den evangelischen oberhalb der evangelischen Kirche in der Herchenbacher Straße, der im unteren Teil zum kommunalen Friedhof wird, und den evangelisch-lutherischen Friedhof hinter der evangelisch-lutherischen Kirche in der Rotenbergstraße. Ein Umstand, der schon mal für Verwirrungen sorgen kann.

Vermisst wird von vielen Walpershofenern ein Lebensmittelgeschäft und eine Metzgerei.

"Aber immerhin haben wir noch ein Café, ein Handarbeits-, zwei Friseur-, ein Tabak- und Zeitschriftengeschäft, einen Metallhandwerksbetrieb, einen Pizzaservice, zwei Bäckereien, zwei Gaststätten und ein Speiserestaurant", zählt Hund auf.