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Bürgerengagement zwischen Lob und "Nötigung"

Bürgerengagement zwischen Lob und "Nötigung"

Riegelsberg. Ein nachahmenswertes Bürgerengagement hob die Riegelsberger Ortsvorsteherin Monika Rommel (SPD) in der jüngsten Ortsratssitzung lobend hervor (Saarbrücker Zeitung vom 28. April). Rommel hatte berichtet, dass die Anwohner der Straße In der Hohl auf eigene Kosten ein Piktogramm "Spielende Kinder" auf die Straße malen lassen wollen

Riegelsberg. Ein nachahmenswertes Bürgerengagement hob die Riegelsberger Ortsvorsteherin Monika Rommel (SPD) in der jüngsten Ortsratssitzung lobend hervor (Saarbrücker Zeitung vom 28. April). Rommel hatte berichtet, dass die Anwohner der Straße In der Hohl auf eigene Kosten ein Piktogramm "Spielende Kinder" auf die Straße malen lassen wollen. Damit sei allen gedient, meinte Monika Rommel.Simone Huthmacher-Massong, eine Anwohnerin der Hohl, war nach eigenen Worten "entsetzt", als sie den Bericht las. "Von wegen allen gedient. Damit ist nur der Gemeinde gedient, die jetzt nichts bezahlen muss", sagte sie. Dass die Anwohner die Kosten übernehmen würden, sei zwar richtig, aber: "Wir wurden dazu genötigt. Denn der Leiter des Ordnungsamtes sagte, die Gemeinde habe dafür kein Geld. Wenn wir solch ein Schild wollten, müssten wir es selbst bezahlen." Huthmacher-Massong kritisiert außerdem, in dem Artikel habe nichts davon gestanden, dass die Straße In der Hohl eine Spielstraße sei, auf der spielende Kinder gefährdet sind.

Zudem seien Straßenränder und Grundstücke durch Hundekot verunreinigt. Anwohner hätten - vergeblich - eine Hundetoilette gefordert und vorgeschlagen, die Wertstoffcontainer am Ende der Straße an einen anderen Standort zu verlagern. Huthmacher-Massong weiter: "Unser Vorschlag war, das vorhandene Spielstraßenschild, das in einer begrünten und belaubten Zone steht, auf die linke Straßenseite zu stellen. Das wurde vom Leiter des Ordnungsamtes abgelehnt, weil es verkehrsrechtlich nicht möglich sei. Verkehrsschilder müssten immer am rechten Straßenrand stehen." Huthmacher-Massong fasst zusammen: "Wir sind sehr enttäuscht. Unsere Sache wird nicht kinderfreundlich betrachtet. Und es ist lächerlich, dass die Gemeinde zwar 28 000 Euro für einen Seniorenspielplatz, aber keine 50 Euro für ein Piktogramm hat."

Helmut Altpeter, der Leiter der Riegelsberger Ortspolizeibehörde, sagte auf SZ-Anfrage: "Den Vorwurf der Nötigung weise ich entschieden zurück. Den Anwohnern der Straße In der Hohl wurde bei einem Ortstermin lediglich das Angebot unterbreitet, in dieser Sackgasse zusätzlich zwei Piktogramme "Spielende Kinder" auf die Straße aufzubringen, die jedoch von den Anlieger finanziert werden müssten, wozu sich ein Anlieger spontan bereiterklärt hat." Die Kosten dafür betragen laut Altpeter 100 Euro. "Im Nachhinein hat dieser Anlieger dann die Maßnahme auf ein Piktogramm reduziert", fügte Altpeter hinzu: "Es ist nicht vertretbar, dass in einer Sackgasse, in der es lediglich vier Anwesen gibt, zusätzliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen angeordnet werden, deren Kosten die Allgemeinheit tragen muss, wobei in anderen, wesentlich stärker belasteten Straßen keine Maßnahmen erfolgen."

Außerdem sei den Anliegern die Zusage gegeben worden, die Gemeinde prüfe eine Standortverlegung der Wertstoffcontainer, ergänzte Altpeter.dg

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von unserer Leser-Reporterin Simone Huthmacher-Massong aus Riegelsberg. Haben auch Sie Spannendes zu erzählen und sogar Fotos gemacht? Dann schicken Sie uns alles als Leser-Reporter per E-Mail an leser-reporter@sol.de oder über unser Onlineformular unter www.saarbrucker-zeitung.de/leserreporter.