Bürger sehen Umbau kritisch

Der Riegelsberger Marktplatz soll neugestaltet werden. Weil es Probleme mit der Festigkeit des Untergrundes gibt, werden sich die Kosten voraussichtlich auf rund zwei Millionen Euro erhöhen. Wir haben uns gestern beim Wochenmarkt umgehört, was die Menschen von dem Projekt halten.

"Als Standbetreiber kann ich leider nicht viel dazu sagen, da wir relativ wenige Infos besitzen", erklärt Markus Sonnhalter, Inhaber von "Obst und Gemüse Sonnhalter". "Ich wünsche mir für uns mehr Informationen über das Geschehen und finde es sehr schade, dass wir nicht wirklich mit einbezogen werden." Dem 47-Jährigen fehlt es an Kommunikation der Kommune, die Umbaumaßnahmen hält er für Geldverschwendung.

"Bereits bei der damaligen Baustelle für die Saarbahn blieben Kunden weg. Das wird diesmal nicht anders sein, vor allem, wenn dann auch noch die Parkplätze reduziert werden", meint der Tholeyer. Der Kaufmann glaubt zudem nicht daran, dass die Bauarbeiten am Markt noch dieses Jahr starten werden.

Margarete Grund würde den Marktplatz ebenfalls im jetzigen Zustand belassen, da sie ihn auch so schön findet. "Ich bin verwirrt wegen des Zeitplans, da dieser immer wieder korrigiert wird. Wird die Planung weiterhin geändert, werden keine Kunden mehr kommen", sagt die 69-Jährige. Auch sie denkt, dass die Arbeiten in diesem Jahr nicht mehr beginnen. "Wir haben September, bald fängt der Winter an. Wenn es kalt und frostig wird, wird die Baustelle für eine Weile auf Eis gelegt werden müssen. Ich halte von der Sache absolut nichts", betont die Standbetreiberin aus Tholey.

"Ich finde die Renovierung ganz gut, da man den Platz dann wegen der Cafés mehr und besser nutzen kann", erzählt Polizeikomissarin Tina Kreuter, die mit der zukünftigen Baustelle eher weniger Probleme hat: "Ich sehe das investierte Geld als Aufwertung für die Gemeinde, schließlich wird Riegelsberg dadurch ja schöner." Aber auch die 34-Jährige aus Riegelsberg geht davon aus, dass sich der Termin für den Beginn der Baustelle weiter verzögern wird.

Verkäuferin Stefanie Hünnighausen aus Riegelsberg findet die Idee hingegen schlecht: "Es ist unnötig, da der Marktplatz doch ganz schön ist und seinen Zweck erfüllt." Außerdem fände es die 25-jährige Mutter sinnvoller, eher in Kindergärten oder Schulen zu investieren. "Die Geschäfte werden, wie schon bei der Saarbahnbaustelle, immer mehr zu Grunde gehen, deswegen sammelt die Metzgerei am Marktplatz ja auch Unterschriften gegen diese Aktion", erklärt Stefanie Hünnighausen.

Rentner Horst Großmann wohnt seit acht Jahren in Riegelsberg und steht der Sache skeptisch gegenüber: "Über den Umbau weiß ich recht wenig. Beurteilen kann ich ihn erst, wenn alles fertig ist. Ich bin mir nicht sicher, ob die Umgestaltung des Marktplatzes wirklich nötig ist. Letzten Endes ist es der Steuerzahler, der dafür aufkommen muss."

Auch Bäckereifachverkäuferin Katja Pusse hat Bedenken, was den Umbau des Marktplatzes angeht: "Die Kunden werden ausbleiben. Nach der Saarbahnbaustelle haben die Geschäfte lange gebraucht, um wieder auf die Beine zu kommen." Ausbesserungen am Markt, zum Beispiel einen neuen Bodenbelag, hält die 45-Jährige für völlig in Ordnung, aber einen kompletten Umbau empfindet sie als "reine Geldverschwendung". Sie glaubt, das zähe Voranschreiten des Projektes deute auf "interne Unstimmigkeiten" hin.