Bodenproben hindern nicht den Kita-Bau in Riegelsberg

Untersuchungsergebnisse : Bodenproben stoppen nicht den Kita-Bau

Untersuchungen zeigen an einer Stelle etwas zu viel Arsen am Gisorsplatz, das kann aber durch Erd-Austausch behoben werden.

Der Gemeinderat Riegelsberg hatte vorigen Oktober mehrheitlich den Neubau einer Kindertagesstätte am Gisorsplatz beschlossen. Dagegen hatten Anwohner massiv protestiert (die SZ berichtete). Sie forderten unter anderem ein Bodengutachten, da sie einen instabilen, vielleicht kontaminierten Untergrund vermuteten. Die Gemeinde gab ein Gutachten in Auftrag. Das Ergebnis stellte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) nun im Gemeinderat vor.

Das Erdbaulaboratorium Saar (ELS) habe 20 Bohrstock-Sondierungen vorgenommen, zudem Boden- und Bodenluftproben chemisch analysiert. Aus allen Untersuchungen „lässt sich kein Gefährdungspotenzial für die geplante Nutzung durch die Kindertagesstätte ableiten“, so das ELS-Gutachten. In den obersten Schichten würden keine relevanten Schadstoffkonzentrationen auftreten. Nur in einer darunter lagernden Auffüllung – in einer Probe aus dem nördlichen Teil  der Fläche – gab es eine „geringfügige Prüfwertüberschreitung der Bundesbodenschutzverordnung für den Parameter Arsen“. Dem müsse gemäß des Bundesbodenschutzgesetzes Rechnung getragen werden. Das ELS empfiehlt deshalb, den Bereich – der nicht überbaut wird – bis 35 Zentimeter unter der Geländeoberkante abzutragen und die Fläche mit „inerten Erdmassen“ neu abzudecken (Anm. d. Red.: Als chemisch inert bezeichnet man Substanzen, die unter den jeweiligen Bedingungen mit möglichen Reaktionspartnern nicht oder nur in verschwindend geringem Maße reagieren). Alternativ könnten auch ohne Bodenaustausch inerte Erdmassen zirka 35 Zentimeter stark neu aufgetragen werden. Für den südlichen Teil der Planungsfläche sieht das ELS keinen Handlungsbedarf.

In der chemischen Bodenanalyse sei zwar der Prüfwert für Fluorid leicht überschritten worden, doch dies stelle keine nachhaltige Gefährdung für das Grundwasser und erst recht nicht für eine Kindertagesstätte dar. Häusle wies darauf hin, dass das Gutachten bei der Verwaltung eingesehen werden kann und bilanzierte, dass der Bau aus geotechnischer Sicht und auch in Bezug auf die Statik realisiert werden könne.

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