Blumenlieder und tierische Reime

Riegelsberg. Mit Hut und Humor startete die Riegelsberger Volkshochschule ins Frühlingssemester. Zum Einstand bot das Hühnchen-Trio Naturbetrachtungen der besonderen Art in der Rathausgalerie. Die 77 aufgestellten Stühle waren fix besetzt. Von weiter hinten sahen sich der Dichter und der Sänger verdammt ähnlich

Riegelsberg. Mit Hut und Humor startete die Riegelsberger Volkshochschule ins Frühlingssemester. Zum Einstand bot das Hühnchen-Trio Naturbetrachtungen der besonderen Art in der Rathausgalerie. Die 77 aufgestellten Stühle waren fix besetzt. Von weiter hinten sahen sich der Dichter und der Sänger verdammt ähnlich. Beide hatten karierte Hemden an und herzallerliebste Strohhütchen auf dem Kopf, und beiden saß der Schalk im Nacken. Im Wechsel rezitierte der eine Bös-Witziges aus eigener Feder, bot der andere Blumenlieder aus der Welt der Operette und des Schlagers, liebevoll mit Ironie gewürzt. Gregor Köhne, Gartenarchitekt aus Köln, unterrichtet angehende Gärtner an einer Berufsschule in Saarbrücken. Als Dichter Ody widmet er sich nicht den Blümelein, sondern der Tierwelt.Er dichtet famose Geschichten. Alles reimt sich vorne, hinten und in der Mitte und läuft runter wie Öl. Man muss dauernd lachen, obwohl viele Tierchen dran glauben müssen. Ähnlich wie bei Wilhelm Busch. Kein Wunder, dass Ody dreimal den Wilhelm-Busch-Preis eingeheimst hat. Den Trierer Sänger und Gesangslehrer Berthold Hirschfeld kennt er von einer Lesung. Seit sechs Jahren machen sie Programme zusammen. Temporeich, lustig und voller Pointen. "Schwimm Hühnchen schwimm" ist nach einem Ody-Gedicht benannt.

"Das Schwimmen ist nicht schlimm. Schlimmer ist das Untergehn auf Nimmer-Nimmer-Wiedersehn", summen sie dem Publikum vor. Schnell haben alle den Refrain drauf, singen fröhlich mit. Mit klitzekleinen Handbewegungen bringt Hirschfeld das Publikum in Schwung.

Als der weiße Flieder wieder blüht, ruscht er mal eben auf den Knien zu der Dame, die vorne an der Ecke sitzt. An anderer Stelle verteilt er rosarote Rosen, "weil die roten alle waren". Zwischendrin lässt Ody eine gewisse Luise auf der Wiese sonnenbaden, bis sie knallrot ist. Schon naht der Stier. Sie springt auf, der Busen wackelt - und hinter ihr das wilde Tier. Herrlich. Für die schwungvolle Begleitung am Klavier sorgte Sebastian Benetello, seinerseits Kirchenmusiker in Riegelsberg. So war dies ein Heimspiel, aber rein zufällig. Benetello nimmt nämlich bei Hirschfeld an der Saarbrücker Musikhochschule Gesangsunterricht, und er springt als Zweitbesetzung ein, wenn Pianist Georg Weege verhindert ist. hof

Gregor Köhnes Gedichte sind unter dem Titel "Ody - Querbeet" bei der Edition Thaleia in St. Ingbert erschienen. 164 Seiten. Kostenpunkt: 14 Euro.