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Wie’s mit Walpershofen weitergeht
Wie sich Walpershofen weiterentwickeln soll

Der „Festplatz“ hinter der Köllertalhalle in Walpershofen ist in seinem jetzigen Zustand nicht jedermanns Geschmack. Doch sollte ein neues Konzept für die erweiterte Ortsmitte umgesetzt werden, könnte es hier in Zukunft besser aussehen.
Der „Festplatz“ hinter der Köllertalhalle in Walpershofen ist in seinem jetzigen Zustand nicht jedermanns Geschmack. Doch sollte ein neues Konzept für die erweiterte Ortsmitte umgesetzt werden, könnte es hier in Zukunft besser aussehen. FOTO: Andreas Engel /
Walpershofen. Die Bürger können beim Erstellen eines Konzeptes mitreden. Bei einem ersten Info-Abend gab’s auch kritische Stimmen. Von Fredy Dittgen

Wie geht es mit der Ortsentwicklung in Walpershofen weiter? Um „nachhaltige Strukturen“ für die Zukunft zu schaffen, wurde von der Gemeinde Riegelsberg ein so genanntes Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für den Ortskern von Walpershofen in Auftrag gegeben. Entwickelt wurde und wird das Konzept von der Völklinger „Arbeitsgruppe Stadt- und Umwelt GmbH“ (AGSTA). Das entstehende Konzept, das unter dem Namen „Walpershofen 2.0“ firmiert, soll zeigen, wohin sich der Ortsteil in den kommenden Jahren entwickeln könnte. Es soll ein langfristiger Fahrplan entstehen, der die Funktion Walpershofens stärkt und gegebenenfalls Probleme bei der Infrastruktur oder andere Missstände aufzeigt.


In einer Informationsveranstaltung stellten die AGSTA-Vertreter Harald Schuler, Claudia Lennartz und Alexander Knoll das Konzept am Dienstagabend rund 50 interessierten Bürgern und Kommunalpolitikern vor.

Die Gemeinde sei vom Innenministerium in das Förderprogramm „Stadtgrün“ aufgenommen worden. Dies garantiere Fördergelder von Bund und Land, so dass die Kommune (nur) noch ein Drittel finanzieren muss, erklärte Bürgermeister Klaus Häusle (SPD) und betonte: „Wer glaubt, dass die Entwicklung Walpershofens mit der Dorfmitte am Bach abgeschlossen ist, hat sich getäuscht. Wir haben jetzt die Möglichkeit, weitere Highlights zu setzen.“ Etwas passieren soll nicht zuletzt um das Kleinspielfeld hinter der Köllertalhalle herum, im Bereich zwischen Herchenbacher Straße bis hoch zum Petrusheim. Claudia Lennartz riet aber dazu, „den Blick zu erweitern“: Auch Anbindungen an die Dorfmitte am Bach, an die Weiherwies hinter der ehemaligen Sparkasse und an den O-Weiher solle man in die Betrachtungen einbeziehen.



Claudia Lennartz stellte eine Ist-Analyse über den derzeitigen Zustand des Planbereichs vor. So ist der Platz hinter der Köllertalhalle in einem schlechten Zustand. Lkws werden dort abgestellt und haben Wege und eine Wiese kaputt gefahren. Das ehemalige Kleinspielfeld ist zu einem Fahrradparcours umgewandelt worden und besteht ausschließlich aus Beton. Der Platz wird nicht als Zentrum wahrgenommen, auch die Einfahrt von der Salbacher Straße her werde nicht wirklich als Einfahrt wahrgenommen.

Alexander Knoll beschrieb den Zustand im Bereich um die Kirche: Die „Grünstruktur“ sei gepflegt, aber unterschiedliche Bodenbeläge und großflächige Abblätterungen an der Kirchenfassade würden kein schönes Bild vermitteln. Beschilderungen fehlen. Leerstehende Häuser trüben das Bild. Der Steinbach sei verrohrt und deshalb weder „begehbar noch erlebbar“. Und im Bereich des Feuerwehrgerätehauses herrschten ebenfalls städtebauliche Mängel, wie uneinheitliche Bodenbeläge.

Die AGSTA regte auch an, Fußwege von der Dorfmitte zum O-Weiher oder zur Weiherwies und von dort zur Saarbahnhaltestelle Etzenhofen „anzudenken“. Den Steinbach könnte man offenlegen und den Vorplatz der evangelischen Kirche umgestalten.

Lennartz und Knoll wollten von den Bürgern wissen, welche Wünsche und Vorstellungen sie haben. In einer lebhaften Diskussionsrunde gab es, trotz der Pläne, Walpershofen weiter aufzuwerten, mehr Kritik als Zustimmung zum ISEK.

So wies Ortsvorsteher Werner Hund darauf hin, dass es bei Großveranstaltungen in der Köllertalhalle Parkprobleme geben werde, wenn man den Platz hinter der Köllertalhalle komplett für den parkenden Verkehr sperre. Manfred Diehl war der Ansicht, dass zwei Frischluftschneisen zerstört würden, wenn man die Weiherwies und den O-Weiher durch Fußwege anbindet und den Steinbach „entrohrt“. Diehl warnte auch vor Baumaßnahmen im Planbereich, weil es dadurch weitere Bodenversiegelung gebe. Zudem sei die Weiherwies ein Regenrückhaltebecken, das bei Starkregen und Hochwasser eine wichtige Funktion habe.

Benjamin Schmidt empfahl, eine Liste der möglichen Maßnahmen erstellen zu lassen und dann in einer Bürgerbefragung darüber abstimmen zu lassen, welche Maßnahme als erste an die Reihe kommen solle. Eine Bürgerin regte an, die alte Schule in der Salbacher Straße „einer neuen Nutzung zuzuführen“. Mehrere Bürger wünschten sich zudem eine Anbindung des Köllertalradwegs an die Dorfmitte.

„Das Konzept ist nicht in Stein gemeißelt“, betonte Claudia Lennartz. Sie empfahl, eine Prioriätenliste erstellen zu lassen und mit dem Finanzhaushalt der Gemeinde abzugleichen.

So geht’s weiter: Auf der Internet-Seite von Riegelsberg (www.riegelsberg.de) wird das ISEK in Kürze vorgestellt. Kritik und Anregungen nimmt Karl-Heinz Steimer vom Bauamt der Gemeinde entgegen, Tel. (0 68 06) 93 01 56. Gegen Ende des Jahres soll das Konzept abgeschlossen sein. Dann wird es eine weitere Informationsveranstaltung geben.

Auf der Wiese hinter der heutigen Walpershofer Sparkasse trug nach der Gründung 1930 der „Fußballverein Sportfreunde Walpershofen“ seine Spiele aus – hier stellt sich die Meistermannschaft von 1934 in der damaligen „Kreisklasse II, Gruppe Völklingen“ auf besagter Wiese dem Fotografen. In den 1950ern suchte sich der Verein eine neue Heimat. Das Gelände könnte nun in die weiteren Planungen für die Walpershofer Ortsmitte miteinbezogen werden.
Auf der Wiese hinter der heutigen Walpershofer Sparkasse trug nach der Gründung 1930 der „Fußballverein Sportfreunde Walpershofen“ seine Spiele aus – hier stellt sich die Meistermannschaft von 1934 in der damaligen „Kreisklasse II, Gruppe Völklingen“ auf besagter Wiese dem Fotografen. In den 1950ern suchte sich der Verein eine neue Heimat. Das Gelände könnte nun in die weiteren Planungen für die Walpershofer Ortsmitte miteinbezogen werden. FOTO: Fredy Dittgen