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Riegelsberg und Walpershofen
Lärmaktionsplan Chance für die Südumgehung?

Wer leidet am meisten unter dem Lärm?
Wer leidet am meisten unter dem Lärm? FOTO: picture-alliance/ dpa-tmn / Jens_Schierenbeck
Riegelsberg. „Extrem“ von schädlichem Lärm betroffen seien über 1000 Bürger in Riegels- berg und Walpershofen, so ein neues Gutachten. Das Gutachten, so hieß es im Gemeinderat, sei ein gutes Druckmittel, um Tempo-30-Zonen auf Landesstraßen, vielleicht sogar die Südumgehung, durchzusetzen. Fredy Dittgen

Im Januar hatte der Riegelsberger Gemeinderat einstimmig einen Lärmaktionsplan in Auftrag gegeben. Ein Planungsbüro sollte aufzeigen, wo der Straßenlärm am schlimmsten ist und welche Maßnahmen man ergreifen könnte, um den Lärm zu reduzieren. In der (nicht öffentlichen) Sitzung des Bauausschusses stellte eine Gutachterin den Lärmaktionsplan kürzlich vor. In der Gemeinderatssitzung am Montagabend wurde der Plan (ohne ausführliche Diskussion) einstimmig gutgeheißen.


Zunächst wird er einen Monat lang im Rathaus offengelegt, damit sich jeder Bürger die Details selbst ansehen kann. Zudem wird in einer Bürgerversammlung am Dienstag, 13. Juni, ab 19 Uhr im Rathaussitzungssaal, die Öffentlichkeit informiert und im August, so hofft Bürgermeister Klaus Häusle (SPD), könnte der Rat "einen Lärmaktionsplan mit ganz konkreten Maßnahmen verabschieden".

Wie Häusle sagte, hat man mit diesem Plan und der Stellungnahme der Gutachterin ein Pfund in der Hand, mit dem man Forderungen an die Untere Straßenverkehrsbehörde im Regionalverband stellen kann. So sei zum Beispiel denkbar, dass in den stark befahrenen Straßen - wie Wolfskaul-, Hixberger, Saarbrücker- oder Altenkesseler Straße in Riegelsberg sowie Etzenhofer und Heusweiler Straße in Walpershofen - Tempo 30 angeordnet und Lärm mindernder Asphalt aufgebracht werden könne. Ja, man glaubt sogar wieder an die Südumgehung. Wenngleich der 55-jährige Dr. Volker Christmann (CDU) meinte: "Selbst wenn morgen irgendjemand in der Landesregierung aufsteht und sagt, 2020 geht es los, dann wäre ich bestimmt schon 75, ehe das erste Auto über die Südumgehung fährt."



Warum der Optimismus jetzt grenzenlos erscheint, machte Häusle deutlich: "Weit über 1000 Menschen in Riegelsberg und Walpershofen sind extrem vom Lärm betroffen. Und das Gutachten sagt, bei Extrembelastung kann man sogar von einer Gefahr für die Gesundheit sprechen."

Zudem bedeute die Extrembelastung einen Verlust an Wohnqualität und eine Wertminderung der Häuser. All dies veranlasste die Gutachterin zu der Schlussfolgerung, dass die Untere Straßenverkehrsbehörde beim Regionalverband und der Landesbetrieb für Straßenbau jetzt kurzfristig handeln müssen. Dazu Häusle: "Bisher sind wir bei der Unteren Straßenverkehrsbehörde nie weiter gekommen, weil das Argument der Verkehrsmengen nie gegriffen hat. Jetzt haben wir ein anderes Argument mit diesem gesundheitsgefährdenden Lärm. Und deshalb hoffe ich, dass der Regionalverband seine bisherige Praxis verändert."

Das sahen alle Ratsfraktionen genau so. CDU und SPD brachten sofort einen Antrag zur Abstimmung, in dem die Verwaltung beauftragt wird, "die notwendigen Schritte mit den zuständigen Behörden abzustimmen, mit denen geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen in der Wolfskaul- und Hixberger Straße eingeleitet werden können." Sprich: Es wird Tempo 30 für diese beiden Straßen gefordert. Diesem Antrag stimmte der Rat fast geschlossen zu (Bericht folgt).