Beschlossen: Riegelsberg bekommt Seniorentreff in Walpershofen

Hin und Her trotz Einigkeit : Der Seniorentreff kommt

Ein Seniorentreff für ganz Riegelsberg wird, zunächst auf Probe, ins leere Walpershofer Sparkassen-Gebäude einziehen, entschied der Gemeinderat nach einem langen Streit, ob auch der Ortsrat zu hören sei.

Der Riegelsberger Gemeinderat hat am Montagabend das Seniorenkonzept der Gemeinde auf den Weg gebracht. Aber: obwohl alle gleicher Meinung über das Konzept, über die vertraglichen Modalitäten und über die Umsetzung waren, stritten sich Rat und Verwaltung über eine Stunde lang heftigst. Der Grund: Stephan Müller-Kattwinkel (CDU) hatte beantragt, dass man auch noch den Walpershofer Ortsrat zu diesem Thema hören solle. Das sei im Kommunalen Selbstverwaltungsgesetz (KSVG) so festgeschrieben, sagte der CDU-Sprecher.

Bürgermeister Klaus Häusle (SPD), die SPD und die Grünen waren völlig anderer Ansicht. Außerdem würde man durch eine Anhörung des Ortsrates Zeit verlieren, sagte Häusle. Zuvor hatte er das von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband, dem Job-Center, der ABG und der Stadt Püttlingen erarbeitete Seniorenkonzept vorgestellt.

Zentraler Punkt des Konzeptes ist ein neuer Seniorentreff. „Der ideale Ort dafür ist aus meiner Sicht die ehemalige Sparkasse in Walpershofen“, so Häusle. Das Gebäude stehe leer und werde zum Verkauf angeboten. Häusle hat Verhandlungen mit dem Sparkassenvorstand geführt und ein gutes Ergebnis erzielt: die Sparkasse ist einverstanden, dass die Gemeinde das Gebäude für ein halbes Jahr mietet, in dieser Zeit Erfahrungen sammelt und sich erst dann für oder gegen einen Kauf des Hauses entschließt.

„Der Seniorentreff soll eine Anlaufstelle für ältere Menschen, ein offener Treffpunkt für alle Bürger und das alles ohne Verzehrpflicht sein“, sagte Häusle. Die Senioren sollen sich treffen, austauschen, gemeinsame Aktivitäten planen oder durchführen können, sowie Hilfe und Beratung finden. „Dafür wollen wir Sprechstunden und Infoveranstaltungen zu Themen wie Vorsorgevollmacht oder Besteuerung der Rente im Seniorentreff anbieten“, schilderte Häusle.

Er verwies darauf, dass man beim Kauf des Gebäudes (Kaufpreis 198 000 Euro) Fördergelder in Höhe von bis zu zwei Dritteln des Kaufpreises bekommen würde. Damit sei auch die von einigen als Alternative vorgeschlagene alte Walpershofer Schule vom Tisch: „Eine Sanierung würde zwei Millionen Euro kosten, und es gibt keine Zweidrittelförderung. Das steht in keinem Verhältnis zu meinem Vorschlag“, so Häusle.

Auch die „Personalisierung“ – also die Mitarbeiter des Seniorentreffs – würde keine direkten Kosten für die Gemeinde verursachen, da die Ausbildungs- und Beschäftigungsförderungsgesellschaft Heusweiler/Riegelsberg (ABG) das Personal stellen werde.

Häusle betonte: „Es ist ein Angebot nicht nur für Walpershofen, sondern für ganz Riegelsberg.“ Auf Nachfrage von Birgit Huonker (Linke) bestätigte Häusle, dass die Verwaltung nicht mehr daran denkt, auch in Riegelsberg einen Seniorentreff einzurichten. Die Infrastruktur in Walpershofen sei einfach zu ideal: „Dort ist ein Saarbahnhaltepunkt, ein Haltepunkt der Linie 142, und es gibt ausreichend Parkplätze, falls die Senioren mit dem Auto dorthin gefahren werden.“

Alle Fraktionen zeigten sich von dem Konzept begeistert. Die CDU bat allerdings um einen kleinen Aufschub, bis man auch den Walpershofer Ortsrat gehört habe. Der Grund für diese Anhörung seien die Irritationen, die es bei Walpershofer Geschäftsleuten gegeben hat: Der Besitzer eines Walpershofer Cafés und die Besitzer einer Speisegaststätte befürchten, dass ihr privatwirtschaftliches Engagement untergraben wird, wenn die Gemeinde mit Steuergeldern ein zweites Café im Dorf eröffnet (die Saarbrücker Zeitung berichtete).

Häusle will die Verträge aber noch in diesem Jahr abschließen, der CDU-Antrag werde die Sache verzögern und man verliere einen Monat Zeit, so Häusle. SPD, Grüne und Patricia Dillinger (Linke) lehnten schließlich den CDU-Antrag mit 16 Stimmen gegenüber 15 Stimmen von CDU und Linke ab. Dem geplanten Seniorenkonzept stimmte der Gemeinderat fast geschlossen zu. Nur fünf Ratsmitglieder von CDU und SPD, die zugleich auch Mitglieder der Ortsräte Walpershofen und Riegelsberg sind, enthielten sich.

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