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„Bergfest“ auf dem Pacific-Trail

Da kommt Freude auf, bei Caroline Himbert, die Hälfte ist geschafft: „Nur noch“ 1325 Meilen bis zur kanadischen Grenze – zu Fuß über den Pacifi-Crest-Trail. Fotos: Himbert
Da kommt Freude auf, bei Caroline Himbert, die Hälfte ist geschafft: „Nur noch“ 1325 Meilen bis zur kanadischen Grenze – zu Fuß über den Pacifi-Crest-Trail. Fotos: Himbert
Walpershofen. Fast 4300 Kilometer von der mexikanischen zur kanadischen Grenze quer durch die USA: Inzwischen ist Caroline Himbert, 23-jährige Medizinstudentin aus Walpershofen, bei ihrer Benefizwanderung nochmals ein Stück weiter und hat die dritte Etappe – durch Nordkalifornien – bewältigt. Sie sammelt mit ihrer Wanderung Geld für die Stiftung „Lebensblicke“ und macht auf die Bedeutung der Darmkrebsvorsorge aufmerksam. red

Im Abschnitt drei des langen Weges von Mexiko nach Kanada führte uns der Pacific-Crest-Trail durch Nordkalifornien. Nachdem wir die Märchenwelt der Sierra Nevada hinter uns gelassen hatten, glaubten wir uns nun, von den klimatischen Verhältnissen her, wieder am Anfang unseres Weges: In der Wüste! Zwar führt der Weg in Nordkalifornien durch mehr schattige Gebiete, aber bei 35 Grad Hitze und wenig Wasser fällt uns der Marsch auch nicht sonderlich leichter. "Nordkalifornien-Blues" wird dieser Teil des Pacific-Crest-Trails gerne genannt - und bei dieser anstrengenden Tour kann man auch mal "den Blues" bekommen. .


Nordkalifornien und seine Wildnis haben aber auch einige Highlights zu bieten: Wunderschöne Vulkanlandschaften, Schmetterlinge, Blumenwiesen … Leider hat der Wassermangel aber auch seine Folgen in der Natur hinterlassen: Viele Meilen durchquerten wir abgebrannte Waldbestände. Denn Waldbrände sind hier ein schwerwiegendes Problem. Zwei Extreme konnten wir im Wechsel erleben. Die ungebannte Kraft der Feuer, die hektarweise Waldbestände zerstörten und auf der anderen Seite die Natur, die sofort mit der Regeneration beginnt: Blumen und Gräser wachsen dort, wo noch vor kurzer Zeit ein Waldbrand wütete. Uns wurde die Kraft der Natur deutlich, die wieder Leben und Hoffnung in eine schon tote Landschaft bringt. Ein weiteres Highlight: der Halfwaypoint. Nach 1325 Meilen (etwa 2131 Kilometer) gelangt man zu einem Stein mitten im Wald. Der Stein kennzeichnet die Hälfte der Strecke des Pacific-Crest-Trails zwischen Mexiko und der kanadischen Grenze. Die Hälfte des Weges ist geschafft!

Noch mehr begeisterte uns aber dann doch ein einsames Schild an einem Baum mit der Aufschrift "California Oregon", welches die Grenze zwischen diesen beiden US-Bundesstaaten kennzeichnete. Es steht genau bei Meile 1717 (2762 Kilometer). Dies bedeutet für uns: Keine 1000 Meilen mehr - und wir sind in Oregon angekommen. Nun erwartet uns eine flache schöne Landschaft mit vielen Seen. Mittlerweile laufen wir im Durchschnitt 30 Meilen (48 Kilometer) pro Tag. Um die Strapazen zu überstehen, müssen wir unsere Körper mit Energie versorgen. Unser Tagesbedarf liegt zwischen 4000 und 6000 Kalorien. Diesen zu decken, das ist mit dehydriertem Essen, Tortillas, Thunfisch und Snacks nicht immer leicht. So versuchen wir, Kaloriendefizite in den Städten wieder aufzufüllen - mit Pizza, Burgern, Milkshakes, manchmal mit einem Salat und Eiscreme. In den kommenden zwei Wochen werden wir nun den Staat Oregon durchlaufen, um dann die letzte Etappe zu starten: nämlich die Durchquerung des US-Bundesstaates Washington bis Kanada.



Viele Grüße aus Oregon,

Caroline Himbert

betterplace.org/en/fund-

raising-events/27475-2659-

miles-for-cancer-prevention

Zum Thema:

Zur Person Caroline Himbert (23) aus Walpershofen ist seit Oktober 2015 im Rahmen ihres Medizinstudiums für ihre Doktorarbeit am Huntsman Cancer Institute in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. Das Huntsman Cancer Institute gehört zu den führenden Krebsforschungs-Instituten in den USA. In Deutschland studiert Caroline Himbert in Hamburg Medizin und erforscht im Bereich der Darmkrebsvorsorge den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Darmkrebsrisiko. red

Wo hier in Nordkalifornien ein Waldbrand wütete, erobert sich die Natur langsam ihr Terrain wieder zurück.
Wo hier in Nordkalifornien ein Waldbrand wütete, erobert sich die Natur langsam ihr Terrain wieder zurück.