Beim Herbstmarkt tanzte der Bär

Beim Riegelsberger Herbstmarkt war der Bär los - genauer gesagt: Bär "Balou" aus dem Dschungelbuch. Zudem gab's deutlich mehr Stände als in den Anfängen des Herbstmarktes, dazu Vorführungen und Infos.

Riegelsberg. Morgens Bayou und mittags Balou: Gestern am Vormittag tanzt die Band Bayou über den Riegelsberger Herbstmarkt, nachmittags präsentieren die Minis des Riegelsberger Karnevalsvereins "mir bleiwe so" Auszüge aus dem "Dschungelbuch".Thilo Regitz, Bandleader und Susafonspieler, der sich die Pause am Crêpes-Stand versüßt, erklärt, dass Bayou die Gegend rund um New Orleans bezeichnet und eigentlich "sumpfiges Ufer" bedeutet. Das würde gut passen, weil seine Band an der Saar auf einem alten Kohlekahn probt. In sonnengelben T-Shirts und Strohhüten sorgt die achtköpfige Formation vor dem Rathaus für gute Laune. Die Besucher lassen es sich gut gehen. Zu Street Beat und Brass werden Entrecôte und knuspriger Schweinebauch im Weck verspeist.

Ortsvorsteherin Monika Rommel freut sich, dass sich so viele Leute "zum musikalischen Aperitif" vor dem Rathaus eingefunden haben.

Tolle Musik

Marktbesucher Klaus Dörp, der mit den Töchtern Mia und Maja über den Platz schlendert, meint: "Tolle Musik. Man kann hier gut verweilen und sich einen schönen Sonntag machen."

Annerose Nill, Miterfinderin und Organisatorin des Herbstmarktes, sagt fröhlich, sie habe "wie immer gutes Wetter bestellt". Bei der ersten Auflage vor ein paar Jahren seien es nur 15 Stände gewesen. Diesmal sind es 31, also gut doppelt so viele."Die Akzeptanz der Bürger macht den Markt so attraktiv", meint Annerose Nill.

Michael Madernach, Rhythmikdozent aus Püttlingen, zeigt, wie Luxemburger Vogelpfeifen funktionieren, und lässt die Ocean Drum rauschen. "Strandfeeling. Badehose an und rein ins Meer", kommentiert ein Marktbesucher. Weiter unten erklärt Esther Nimmesgern gerade die verschiedenen Geschmacksrichtungen von Ziegenkäse made in Riegelsberg. Die Käuferin entscheidet sich für den nussigen Käse mit Bockshornklee.

Am Nachbarstand wacht Guido Hilgers über Gläser mit X verschiedenen Honigsorten. "Ich habe den schönsten Beruf der Welt", schwärmt der 50-Jährige aus Ludweiler. Hilgert erzählt, er sei Quereinsteiger, habe erst 2001 mit der Imkerei angefangen, dann letztes Jahr an der Berufsfachschule in Celle den Tierwirtschaftsmeister im Fachbereich Imkerei gemacht. Werner Kallenborn aus Heusweiler hat Nistkästen, Insektenhotels und Vogelhäuschen aus Fichtenholz geschreinert. "Alles selbst gemacht. Reines Hobby, wegen der Beschäftigung", erklärt der ehemalige Postbeamte aus Heusweiler.

Gebrannte Mandeln und Kultur

Gebrannte Mandeln, Kräuerbonbons, Hochprozentiges, Schmuck, Gemälde und anderes mehr zieht die Besucher an.

Neues aus dem kulturtouristischen Bereich bietet ein Infostand des Fachdienstes Regionalentwicklung und Planung. Anja Webel, Fachdienstmitarbeiterin und Riegelsberger Bürgerin, hat das eben erschienene Buch "Orte der Kunst und der Kultur" im Gepäck. Das Riegelsberger Rathaus ist darin als "Baukultur der Gegenwart" vertreten; hier am Regionalverbandsstand gibt es auch Plakate zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 7. September. Diesmal sei "Holz" das Thema, erklärt Anja Webel, und das Köllertal sei mit der Ölmühle Berschweiler vertreten.

Am frühen Nachmittag öffnen die Geschäfte zum offenen Sonntag Eine kleine Kirmes mit Kinderkarussell, Eisbude und Flieger macht den Herbstmarkt zur runden Sache. Später zeigt der Tae-Kwon-Do-Nachwuchs, was er drauf hat. Auch die Linedancer der VHS treten auf und die Zirkus AG der Lindenschule. Die "Dschungelbuch"-Akteure der "mir bleiwe so" kommen im Tierkostüm - mit dabei: Balou, der Bär.