Bammel vor Baustelle am Markt

Im Sommer soll die Neugestaltung des Riegelsberger Marktplatzes beginnen. Im Spätsommer/Herbst 2015 soll das erste Teilprojekt zur Neugestaltung der Ortsmitte abgeschlossen sein. Die Bauphase macht das Sportgeschäft Rech nicht mit.

Nach über 25 Jahren in Riegelsberg, davon die letzten 16 Jahre am Marktplatz, verlässt das Sportfachgeschäft Rech Mitte Juni die Gemeinde. Damit verliert Riegelsberg ein weiteres inhabergeführtes Einzelhandelsunternehmen - ein Verlust, der nicht leicht wiegt, denn solche Läden geben dem lokalen Handel ein Gesicht, machen auch Nachbarbetriebe für Kunden anziehend.

"Wir haben gehörigen Respekt vor dem demnächst anstehenden Umbau des Marktplatzes", nennt Inhaber Sascha Rech einen bedeutenden Grund für den Umzug des Geschäftes nach St. Ingbert. Seine Kunden kämen zu 95 Prozent mit dem Auto, und wenn die Möglichkeit des Parkens am Laden wegfalle, leide der Umsatz. Man könne diesen einfachen Zusammenhang Jahr für Jahr während der Kirmes beobachten (dann kann der Markt nicht beparkt werden, und die Auto-Kunden fahren weiter).

Rech erinnert an die Verödung der Handelslandschaften in der Saarbrücker Kaiserstraße und an der Bundesstraße 268 in Riegelsberg, und zwar während der Jahre dauernden und seinerzeit schlecht gemanagten Saarbahn-Baustellen. "Riegelsberg hat an Attraktivität für den Handel verloren", verweist Sascha Rech auch auf das Fehlen von "Grundfrequenz-Bringern". In St. Ingbert, wohin es sein Geschäft zieht, und zwar als Übernehmer des früheren Intersport-Händlers Reichrath, gebe es solche "Magnetbetriebe" wie H & M und Fielmann. Als sich die Chance bot, habe man zugegriffen, zumal der Riegelsberger Hausbesitzer ohnehin neue Pläne verfolge, spricht Rech von einem "Puzzle an Gründen" für den Weggang.

Jürgen Ackermann, Vorsitzender des Riegelsberger Gewerbevereines, ist immerhin guter Hoffnung, dass der Umbau des Marktplatzes zügig vonstatten geht. Hinterher, das stehe fest, sei die Attraktivität höher als jetzt, so Ackermann.

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HintergrundDas Riegelsberger Zentrum mit Marktplatz, Rathausvorplatz, Rathausstraße und Marienstraße wird neu gestaltet. "Baubeginn wird voraussichtlich im Juli/August sein", sagte Bürgermeister Klaus Häusle unlängst. Losgehen wird es mit Arbeiten an Versorgungsleitungen und dem Bau einer neuen Stützmauer am Marktplatz, die näher an die Saarbrücker Straße heranrückt. Die Hauptarbeiten zur Platzneugestaltung werden ins nächste Jahr fallen. "Häusle: Im Spätsommer/Herbst 2015 wollen wir fertig sein." Mit dem ersten Baufeld, dem Bereich Marktplatz, Marienstraße, Rathausstraße. Dafür sind Kosten von 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Für Projekt Nummer zwei, den Rathausvorplatz, sind laut Häusle 920 000 Euro im Haushalt 2016 eingeplant. Baufeld Nummer drei, die Häuserzeile auf der dem Marktplatz gegenüberliegenden Seite der Saarbrücker Straße, vom Markt getrennt durch die Saarbahn-Trasse und die B 268, ist für den Haushalt 2017 ins Auge gefasst. me