Autor zog Grundschüler in seinen Bann

Autor zog Grundschüler in seinen Bann

Thomas Hauck begeisterte auf Einladung des Friedrich-Bödecker-Kreises Jungen und Mädchen der Ellerschule.

Er mag Eis essen, Sommersprossen, gute Gespräche und mit seiner Liebsten knutschen. Er hasst Menschen, die ständig ihr Handy im Blick haben und Leute, die ihn anlügen. Das alles und noch viel mehr verriet Thomas Hauck, Kinderbuchautor, Filmemacher, Schauspieler und Zirkusclown bei seiner Autorenlesung in der Ellerschule in Riegelsberg. Eine mitreißende Mimik, große Gesten und ganz viel gute Laune hatte der 1958 geborene vielseitige Künstler mit nach Riegelsberg gebracht.

Und er steckte damit nicht nur die Jungen und Mädchen aus dem zweiten Schuljahr an. "Ich habe Herrn Hauck heute Morgen an der Saarbahn abgeholt und mich vorher noch gefragt, wie ich ihn denn erkennen kann. Doch dann ist er ausgestiegen, und seine gute Laune war direkt ansteckend, ich bin total begeistert von ihm", schwärmte Karin Schmitt, Klassenlehrerin der 2.1. Gemeinsam mit der Parallelklasse kamen ihre Schüler in den Genuss einer wirklich außergewöhnlichen Autorenlesung. Auf Einladung des Friedrich-Bödecker-Kreises gastierte der Autor in der Grundschule. Längst nicht zum ersten Mal, verriet Hauck, sei er im Saarland. "Ich habe schon so etwas wie einen Mini-Saarland-Bezug. Das Max Ophüls Festival, die Kinder- und Jugendbuchmesse, die Lesungen, ich bin öfter und gerne hier zu Gast", erklärte er. "Einzig das frühe Aufstehen bereitet mir ein wenig Probleme. Doch nach meinem Espresso im Hotel und einem Kaffee hier in der Schule geht es", sagte er kurz nach acht Uhr.

Spätestens, als die Kinder im Musiksaal Platz genommen hatten, war seine Müdigkeit verflogen. Bevor Hauck zum ersten Buch griff, gab es eine Menge Informationen über ihn und seinen Werdegang. Herzhaftes Lachen, großes Staunen und auch mal laut sein, das durften die Kinder, ehe er zu seinem ersten Buch "Die Sommersprosse" griff. Mucksmäuschenstill verfolgten die Schüler die Freundschaftsgeschichte um das Mädchen Tilli und klatschten begeistert Beifall.

Diese Geschichte kam besonders gut bei der sieben Jahre alten Jonna an. "Weißt du, wo es das Buch zu kaufen gibt? Das hätte ich so gerne", sagte sie nach der Lesung zu ihrer Lehrerin. Viel mehr von den lustigen Dingen zwischen den Geschichten angetan war die ein Jahr ältere Sonja: "Ich finde es am schönsten, wenn er einfach Blödsinn macht", sagte sie. So konnten die Jungen und Mädchen etwa hautnah miterleben, wie Haucks Bauch mit jeder Kugel Eis ein bisschen dicker wurde. Neben den Sommersprossen hatte Thomas Hauck auch eine seiner beliebten "Oma Frida"-Geschichten im Gepäck. Hier nahm er den Lesenachwuchs mit auf eine Reise an die französische Küste, wo Oma Frida mit ihrem Seeungeheuer hin verreist war. Auch am Ende dieser Geschichte gab es viel Applaus für den Autor, der die Herzen der Kinder im Sturm erobert hatte.

Nicht enden wollten dann die Fragen, die den Schülern auf den Nägeln brannten. Und ganz nebenbei stellte Hauck fest, dass er am gleichen Tag Geburtstag hat wie Schüler Giovanni. Schließlich gab es zum Abschied noch eine kleine Feriengeschichte. "Wir sind mit dem Lesen am Ende der zweiten Klasse richtig gut dabei. Lasst uns doch auch so lebendig lesen, wie Thomas Hauck das gemacht hat", forderte Klassenlehrerin Karin Schmitt ihre Schüler am Ende auf.

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