Ausstellung in Riegelsberg: Klaus de Temple ist nicht Bambi

Riegelsberg · Die Galerie im Rathaus in Riegelsberg zeigt bis Ende Juni eine Auswahl des Arbeiten von Künstler Klaus de Temple, die den Betrachter „vielleicht sogar ein wenig einschüchtern“. Eindrücke von der Eröffnung.

Rosa Totenköpfe, Bambis niedlicher Hasenfreund Klopfer, schwarz umrandet und mit Kalaschnikow in der Hand, gesprayte Raben und Revolver, Schriftzüge und Wörter in verschiedenen Farben - auf den allerersten Blick erinnern die Werke von Klaus de Temple (eigentliche Detemple) an eine Bahnhofswand. Vollgekritzelt, angesprüht und mit sogenannten Tags versehen, scheinen die Leinwände in der Galerie im Rathaus in Riegelsberg eher eine abstruse Mischung aus verschiedenen Dingen zu sein.

"Ich vermute, Sie sind von den Gemälden des Künstlers erstmal überrascht, vielleicht sogar ein wenig eingeschüchtert", Nicole Baronsky-Ottmann trifft mit den ersten Worten ihrer Laudatio auf de Temple den Nagel auf den Kopf, die zahlreichen Gäste der Ausstellungseröffnung "rose skulls and revolverheads" nicken leicht mit den Köpfen.

De Temples Werke offenbaren ein Potpourri an "Figuren, Wortfetzen, Fotos, Gedrucktes, Überklebtes, gesprühte Motive und Farbe", wie Baronsky-Ottmann ausführt. Doch hinter diesem "Chaos" steckt eine Bildsprache. "Gemalt habe ich schon immer", zitiert ihn Baronsky-Ottmann. Was früher weniger plakativ war, ist heute beinahe "too much" und mag im ersten Moment abschrecken. "Aber eigentlich ist alles ganz anders zu interpretieren!". Gesellschaftskritik, Anregung zum Nachdenken und kritischen Zeitgeist zeige de Temple in seinen Gemälden.

Alte Plakate als Grundlage

Als Grundlage für seine Arbeiten nutzt de Temple oft Plakate, die er nach Veranstaltungsablauf von der Straße entfernt. "Die werden dann überarbeitet, übermalt, besprüht, beklebt, sodass nicht mehr viel von ihnen zu sehen ist." Wer ganz nah an die eine oder andere Leinwand herantritt, kann hier und da noch den Rand eines Plakats erkennen. "Spielzeugkiste", "Headfuck", "Duell", "I'm not Bambi " heißen die Werke. "Die Bilder sind fetzig und farbenfroh. Sie erinnern mich ein bisschen an die Punkbewegung - rebellisch sein, ein bisschen provokant", beschreibt sie Bürgermeister Klaus Häusle in seiner Begrüßung.

Passend zu de Temples Gemälden zeigen sich die musikalischen Beiträge zur Vernissage von seiner Band "zeig's mir! SU-SHI." Psychoactivesoundselectropunk nennen die Mitglieder ihre Musik.

Die Ausstellung mit den Arbeiten von Klaus de Temple läuft noch bis 28. Juni.

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