Auf Umwegen zum eigenen Haus

Walpershofen · Ortsvorsteher Werner Hund hat die Walpershofer aufgefordert, sich "als Solidargemeinschaft zu zeigen, statt den Wutbürger zu spielen". Doch der Ärger ist gewaltig wegen der Großbaustelle in der Ortsmitte.

Walpershofen. Wie kommen Autofahrer aus Riegelsberg, Heusweiler oder Köllerbach an den Walpershofer Oweiher oder den Gemeindefriedhof in der Herchenbacher Straße? Mit solchen Fragen musste sich der Walpershofer Ortsrat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigen. Bekanntlich ist der erste Bauabschnitt in der Walpershofer Ortsmitte fertiggestellt, seit vergangener Woche laufen die Arbeiten am zweiten von drei Bauabschnitten.

Damit hat sich die Verkehrsführung grundlegend verändert: Der Verkehr wird einspurig durch den Baustellenbereich geführt, und zwar durch die Heusweiler- und Etzenhofer Straße über die jetzt neu hergerichtete Fahrbahnhälfte. Für Fahrzeuge mit einer Breite über 2,10 Meter ist die Durchfahrt verboten. Zudem wurde die Herchenbacher Straße im Einmündungsbereich auf einer Länge von 100 Metern voll gesperrt. Diese Sperrung sorgt für Ärger. "Es wird für die Bürger in der Herchenbacher und der Neuweiherstraße starke Einschränkungen geben. Viele fragen sich, wie soll ich meine Lebensmittel vom Auto ins Haus bringen, wenn ich gar nicht mit dem Auto ans Haus komme?", bedauerte Ortsvorsteher Werner Hund (CDU).

Um die Probleme zu lösen, will der Ortsrat mit der Gemeindeverwaltung Umleitungen einrichten. Zum Beispiel über den Niedersalbacher Südschacht oder über Köllerbach und Herchenbach. Dabei müssen allerdings landwirtschaftlich genutzte Wege befahren werden, die für den Durchgangsverkehr gesperrt sind. "Wir werden versuchen, das Durchfahrtsverbot für ein paar Wochen aufheben zu lassen", kündigte Hund an. Eine Bürgerin wies in der Ortsratssitzung darauf hin, dass jetzt Umwege von drei bis vier Kilometern zu fahren sind. Dazu Hund: "Wir sind damit zwar auch nicht zufrieden, aber es gibt keine andere Lösung."

Auch Anwohner der Kurzenbergstraße und der Dörrwiesenstraße werden in den nächsten Wochen Belastungen in Kauf nehmen müssen. So wird der Anschluss zur Kurzenbergstraße mit einer Ampel geregelt, während die Dörrwiesenstraße zur Einbahnstraße wird, in die von der Ortsmitte aus eingefahren wird. Der abfließende Verkehr wird über den Sportplatz und die Grubenstraße geführt.

Weil im Ort Aussagen kursieren wie "Den Kreisel will nur der Ortsrat" oder "Am besten sollte die ganze Baumaßnahme gestoppt werden", sagte Hund: "Alle Versuche, auf einen Abbruch der Bauarbeiten zu drängen, sind kontraproduktiv. Die Maßnahme muss durchgezogen werden. Wenn wir dann fertig sind, haben wir was Gutes für Walpershofen erreicht." Er forderte: "Die Walpershofer müssen sich jetzt als Solidargemeinschaft zeigen, statt den Wutbürger zu spielen und alles in Frage zu stellen."

Ähnlich sagte es CDU-Sprecher Ralph Schmidt: "Für die Anlieger ist das alles natürlich nicht schön. Man muss aber das Große im Blick haben. Mir scheint, dass die Wahrnehmung im Ort derzeit ein wenig verschoben ist."