Auf musikalischer Weltreise

„Überall auf der Welt gibt es ein kleines bisschen Glück“ – unter dieses Motto stellte der Riegelsberger Frauenchor Chor-y-Feen sein Konzert und nahm die Zuhörer mit auf eine musikalische Weltreise.

Die Melodie, mit der die Sängerinnen des Riegelsberger Frauenchors Chor-y-Feen in die evangelische Kirche einziehen, ist seit Jahrzehnten weltbekannt. Das Lied wird den "Melodians" zugeschrieben, der saarländische Produzent Frank Fahrian hat es für seine Gruppe Boney M. arangiert: "Rivers of Babylon". Sobald sich die Damen mit blauen Schals auf schwarzen Blusen im Altarraum der Kirche aufgestellt haben, beginnen sie mit dem Lied ihr Konzert unter dem Motto "Überall auf der Welt gibt es ein kleines bisschen Glück". Statt der englischen Psalm-Verse singt der Chor, begleitet von Chorleiter Steffen Hällmayr am E-Piano, die deutsche Version: "Die Legende von Babylon."

Weitere deutsche Beiträge aus dem "European Song Contest" (ESC) haben sie auch einstudiert. Wie Nicoles "Ein bisschen Frieden" oder "Wunder gibt es immer wieder" von Katja Ebstein . "Via, Colomba Bianca", oder "Flieg, weiße Taube, flieg", passt da prima dazu. Das Konzertmotto haben sich die Chor-y-Feen aus einem ausgewählten Lied der Comedian Harmonists ausgeliehen.

Während "Die Rose" sehr wehmütig klingt, versprechen die Sängerinnen mit "Liebeskummer lohnt sich nicht": "Jetzt kommt was Fetziges." Und tatsächlich tauen sie zum Finale förmlich auf, gehen im Refrain aus sich raus: "Liebeskummer lohnt sich nicht" gibt die Führungsstimme vor, und die Begleiterinnen stimmen ein: "Oh No!". Und weiter geht das Wechselspiel: "Schade um die Tränen in der Nacht" - "Oh Yeah!" Modernere Titel steuert Katrin Vollmar bei: "Das Beste" und "Symphonie" von Silbermond singt sie ebenso im Alleingang zur Pianobegleitung wie "Jar of Hearts" und "Grenade". Lediglich Hällmayr übernimmt hier kurz die Begleitung in der Zweitstimme.

Die Vorbereitungen für die anschließende musikalische Weltreise nehmen nur kurze Zeit in Anspruch. Eigentlich muss Gesamtleiter Hällmayr nur den Projektor einschalten, der Bilder an die Kirchenwand wirft: "Viele Bilder aus den Ländern, die wir jetzt bereisen." Mit "Nun ade, du mein lieb Heimatland" nehmen die Sängerinnen dann erst einmal Abschied aus Deutschland. Schweden und Finnland sind Stationen, Österreich und Polen auch. Kaum vom Programmblatt abzulesen sind die Titel der Beiträge aus Ungarn und Vietnam, diese Texte einzustudieren - das muss den Akteurinnen viel abverlangt haben. Über Südafrika und Russland kehren sie dann schließlich heim - und zwar genau ins Saarland, der Titel hat Tradition: "Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt." Das gibt ganz viel Applaus. Zumal das Publikum in der zweiten Konzerthälfte damit sparen musste. Hällmayr hatte gebeten: "Bitte erst zum Schluss klatschen, wenn es Ihnen gefallen hat."