Atlantik regiert überm Köllertal

Bei unserer jüngste Vorhersage („es wird winterlicher“) haben wir die Winterrechnung ohne den derzeit scheinbar übermächtigen Atlantik gemacht, dessen Wetter-Motor auf Hochtouren läuft: Die milde Luft ist einfach stärker als die Frostluft, die zwar über Skandinavien und Russland steht, die uns aber aufgrund der dominanten Westströmung nicht erreichen kann. Tief Helga bei Island steht dem Kältehoch Benjamin über Nordosteuropa gegenüber.

Milde und kalte Luftmassen rangeln in nächster Zeit um die Vorherrschaft, und Deutschland liegt zwischen den Fronten, so dass es zur Pattsituation kommen dürfte. Vorübergehender Zwischenhocheinfluss sorgt heute und morgen für freundliche Abschnitte mit zeitweiligem Sonnenschein. Heute ist es anfangs stark bewölkt, doch im Tagesverlauf gibt es einige Aufheiterungen. Morgen ist es teils heiter, teils bewölkt und trocken. Mit Höchstwerten zwischen 7 und 9 Grad ist es sehr mild. Der Sonntag zeigt sich wolkenreich, und es kann etwas regnen bei Temperaturen um 7 Grad. In der nächsten Woche deutet sich eine feuchte Nordwestströmung an, bei der zwischen dem Azorenhoch und dem Hoch über Nordosteuropa immer wieder Tiefausläufer über Deutschland südostwärts gesteuert werden. Dabei ist es meist bedeckt und trüb bei nur seltenen Auflockerungen, trockene Phasen wechseln sich mit Regen und Sprühregen ab. Mit Höchstwerten zwischen 2 und 5 Grad ist es eher nass-kalt.

Ob der Winter Ende Januar vielleicht doch vorbeischaut, hängt maßgeblich davon ab, ob die Tiefdruckbildung über dem Atlantik zur Ruhe kommt und gleichzeitig das Kaltluftreservoir über dem Norden und Osten in Lauerstellung bleibt. Einen derart schweren Stand hatte der Winter seit Jahren nicht mehr.