Apfeltürme und lachende Felsen

Riegelsberg. Zwei Kunsterzieherinnen der Riegelsberger Gesamtschule haben im vergangenen Herbst den Unterricht ins Freie verlegt und mit ihren Schülern spannende "Landart-Projekte" in Szene gesetzt. Der ein oder andere Spaziergänger kann sich vielleicht an die Kunstwerke erinnern, die dabei entstanden

Riegelsberg. Zwei Kunsterzieherinnen der Riegelsberger Gesamtschule haben im vergangenen Herbst den Unterricht ins Freie verlegt und mit ihren Schülern spannende "Landart-Projekte" in Szene gesetzt. Der ein oder andere Spaziergänger kann sich vielleicht an die Kunstwerke erinnern, die dabei entstanden. "Landart" ist eine vergängliche Kunst, die nur in Fotografien überdauert. Am Dienstag, 22. Mai, werden die Ergebnisse in der Rathausgalerie vorgestellt.

Bei Wind und Wetter

Bei Wind und Wetter, im Regen und bei strahlendem Sonnenschein waren Barbara Puhl und Sabine Späder mit 22 Schülern der Klassenstufe 9 losgezogen. Rund um die Lindenschule, im Wald hinter dem Freibad, auf einer großen Wiese an der Alleestraße und am Weiher im Russenweg widmeten sie sich der Freiluft-Kunstsparte. Man arbeitete zweigleisig, interpretierte einerseits vorgefundene Natursachen neu, also etwa Steine, Äste, Gräser, oder setzte künstliche Materialen wie Stoff und Farben in der Natur ein. Die Ideen enstanden spontan vor Ort. Im Wald entwickelten sich archaische Situationen. Die Schüler stapelten Unterholz zu einem symbolischen Lagerfeuer, zogen einem Bannkreis aus Blättern darum. Am Weiher bauten sie Apfeltürme und schickten einen Gräser-Kreis aufs Wasser. Ein bemoosten Stein wurde mit Löwenzahn-Mund, Beeren-Augen und Haaren aus Schilf zum "Lachenden Felsen".

Die "Landart"-Aktion auf freiem Feld hatte Performance-Charakter. Man legte Herzen aus Stoff auf die Wiese, ließ Farben aus Flaschen auf eine transparente Plane fließen, forderte die Lehrerin auf, sich darunter auf die Wiese zu legen. Sabine Späder nutzte die ungewohnte Perspektive für ungewöhnliche Aufnahmen und fotografierte den blauen Himmel über Riegelsberg durch die Folie hindurch.

Das Projekt lief über zehn Wochen in zweimal zwei Unterrichtsstunden und wurde in schätzungsweise 200 Fotografien festgehalten. In der Rathausgalerie ist eine exemplarische Auswahl von 15 Bildern zu sehen.

Die Ausstellung wird am Dienstag, 22. Mai, 19 Uhr, eröffnet. Barbara Puhl und Sabine Späder werden in die Thematik einführen. Dauer bis 15. Juni.

Auf einen Blick

Die Landart-Projekte entstanden im musisch-kulturellen Unterricht. Folgende Jungen und Mädchen von der Gesamtschule Riegelsberg wirkten bei der Aktion mit: Melina Langer, Elena Bonner, Michael Eberhardt, David Lehmann, Jannik Webel, Pascale Johannes, Alicia Büch, Lena Nilius, Lisa Schieback, Sonja Großpietsch, Loredana Maniscalchi, Sarah Michel, Raphaela Haas, Selina Kuci, Chantal Kuhlmann, Lucie Baderschneider, Vittoria Scalise, Pascal Klein, Tobias Martini, Matthias Scholtes und Noah Blaodau. hof