Anders, aber keine Anti-Fastnacht

Fastnacht mal anders, ohne Tusch und Tanzmariechen. Das war vor 16 Jahren die Idee hinter der Fubbes-Sitzung. Über die Jahre hat sich eine feste Fangemeinde gebildet. Auch unter eingeschworenen Fastnachtern.

Eines will Markus Lenzen vorab auf jeden Fall klarstellen. "Wir wollen keine Anti-Fastnacht sein. Im tiefsten Herzen bin ich ja schon irgendwie Fastnachter." Und doch war ihm und einigen anderen Kleinkünstlern vor 16 Jahren all die Kappensitzerei zu viel. Die strenge Ordnung, die immer wiederkehrenden Abläufe, "der Tusch, damit die Leute wissen, wann sie lachen müssen, oder die Tanzmariechen. Das war uns alles ein wenig zu kleinbürgerlich."

Sie wollten ihre eigene Fastnacht machen. Spaß machen, wie sie es wollen, mit den Traditionen brechen, ohne sie aus dem Auge zu verlieren. Kabarett und Kleinkunst statt Prunksitzung. Also trafen sie sich vor 16 Jahren im Theater Blauer Hirsch in St. Arnual und veranstalteten ihre eigene Kappensitzung. Ohne Elferrat, Tanzmariechen und Tusch. Mittlerweile sind sie nach Riegelsberg umgezogen in den Festsaal des Hotels Haus Gabriel. Der Kontrast zwischen dem Festsaal mit dem großen Kronleuchter und den Kleinkünstlern auf der Bühne könnte kaum größer sein. Aber genau das ist auch die Intention.

Sie spielen mit den Erwartungen der Besucher und scheuen sich nicht, mit ihnen zu brechen. Da gibt es Karl-Wilhelm Hühnerfeld gespielt von Willi Fries, den Präsidenten, der seit 16 Jahren ein und dieselbe Festrede halten will und doch nie so recht dazu kommt. Da ist seine Partnerin Gisela von Schwallberg, gespielt von Matthias Alt, die statt der immergleichen Karnevals-Gassenhauer lieber bissig frivole Chansons aus dem frühen 20. Jahrhundert vorträgt. Ganz ohne Schlager kommt aber auch die Fubbes-Sitzung nicht aus. Cindy Berger, bekannt als die eine Hälfte des Schlagerduos Cindy und Bert, wird ein Medley vortragen.

Aber - und das ist der Clou der diesjährigen Veranstaltung - all das, was die Zuschauer sehen, passiert eigentlich nicht auf der Bühne, sondern dahinter. "Backstage" heißt das Programm. Die Handlung spielt sozusagen hinter der Bühne.

"Wir haben dazu eine Künstlergarderobe aufgebaut", sagt Lenzen. Und so wird dort geprobt, gesungen und aus den Nähkästchen geplaudert. Elfriede Grimmelwiedisch berichtet, was sie auf einer normalen Kappensitzung nicht sagen darf.

Es gibt also durchaus Fastnachter, die bei Fubbes und bei der klassischen Fastnacht mitmachen. "Das ist auch im Publikum so", sagt Lanzen. Vom alteingesessenen Fastnachter bis zum Theaterpublikum, das sonst Berührungsängste mit der närrischen Jahreszeit hat, sei alles vertreten. "Wir sind auch recht spät dran, da sind viele Kappensitzungen schon durch, und die Leute kommen deshalb auch noch zu uns", sagt Lenzen. Und so gibt es auch nur noch Karten für Mittwoch, 26. Februar, Donnerstag und Rosenmontag.

Karten gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.