Am Anfang stand Kampf um KindergartenplätzeGroße Spendengala zum Geburtstag

Am Anfang stand Kampf um KindergartenplätzeGroße Spendengala zum Geburtstag

Nicht klagen und fordern, sondern Einsatz zeigen: Die Elterninitiative für ein kinderfreundliches Riegelsberg hat schon viel bewegt und viele Aktionen geboten. Nun feiert sie ihr 20-jähriges Bestehen.

Riegelsberg. "Wie kann eine Gemeinde es zulassen, dass 120 Kinder keinen Kindergartenplatz bekommen?" - Diese Frage trieb 1991 Riegelsberger Eltern mit Plakaten, Trillerpfeifen und Trommeln auf die Straße. Am Anfang ihres engagierten Kampfes stand eine kleine Gruppe von Eltern, die auf Initiative des damaligen katholischen Pfarrers Dr. Rolf Dillschneider sowie Wilfried Knörr und Martin Schweizer vom Vorschulausschuss des Kindergartens St. Josef auf die missliche Lage aufmerksam machten. Am 28. Januar 1992 gründeten schließlich über 80 Riegelsberger Familien die "Elterninitiative für ein kinderfreundliches Riegelsberg". Die Ziele: Mehr Kindergartenplätze und das Gestalten einer kinder- und jugendfreundlichen Umgebung.Auch dank des hohen persönlichen Einsatzes des damaligen Bürgermeisters Lothar Ringle, der frisch ins Amt gewählt worden war und die fehlenden Kindergartenplätze sozusagen "geerbt" hatte, konnten innerhalb eines Jahres die ersten 50 Kindergartenplätze in Räumen der Pflugscheidschule geschaffen werden, Träger der Einrichtung war die Awo. Im nächsten Jahr folgten weitere 50 Kindergartenplätze und der Abschluss der Erweiterung des Kindergartens St. Elisabeth. "Damit war innerhalb von zwei Jahren nach Vereinsgründung der Kindergartennotstand behoben", resümiert Martin Schweizer, der damalige 2. und jetzige 1. Vorsitzende der Elterninitiative.

Nun konzentrierten sich die engagierten Eltern für die Gestaltung einer kinder- und jugendfreundlichen Umgebung. "Wir haben uns alle Spielplätze im Ort angesehen und Verbesserungsvorschläge gemacht und bei der Umsetzung tatkräftig mitgeholfen", erklärt die Öffentlichkeitsbeauftragte Alice Eiden. "Wir haben die Einrichtung von Spielstraßen und verkehrsberuhigende Maßnahmen beantragt, haben Spielfeste und Spielkreise organisiert, den ersten Ferienkalender der Gemeinde Riegelsberg und den saarlandweit ersten Kinder-Secondhandbasar aus der Taufe gehoben. Aktivitäten, die viele Nachahmer gefunden haben".

"Neben großem privatem Engagement haben wir auch immer umfangreiche finanzielle und personelle Unterstützung durch die Gemeinde erfahren", lobt Martin Schweizer die Verwaltung. Keine Selbstverständlichkeit. "Anfänglich mussten wir uns auch parteiliche Anfeindungen gefallen lassen und uns verschiedenen Anwerbeversuchen durch Parteien widersetzen. Wir haben uns immer als "Lobby für Kinder" verstanden, wollten uns nicht vereinnahmen lassen. Unser Leitgedanke ist: 'Nicht klagen und fordern, sondern initiativ werden und sich engagieren."

Die Elterninitiative, die mittlerweile 600 Mitglieder zählt, versteht sich als generationenübergreifendes Projekt. Viele Kinder von einst seien heute als Eltern im Verein aktiv, heißt es.

Das eigene Engagement, so Martin Schweizer und Alice Eiden, habe einen auch menschlich und persönlich reifen lassen, sei Sinngebung und kostenlose soziale Fortbildung in einem gewesen. Und: "Wir machen es weil es uns Spaß und unser Leben bunter und abwechslungsreicher macht."

Für die Zukunft plant die Initiative einen verstärkten Einsatz für bedürftige Familien und für Familien mit behinderten Kindern, spezielle "Spiele-Tage", an denen neue Spiele vorgestellt werden, sowie eine verstärkte Einbindung des Internets.

Riegelsberg. Ihr 20. Jubiläum feiert die Elterninitiative für ein kinderfreundliches Riegelsberg mit einer großen Spendengala, die Unterhaltung für die ganze Familie verspricht. Beginn der Gala ist am morgigen Samstag, 28. April, 18 Uhr, in der Riegelsberghalle.

Die Besucher können sich auf ein buntes Programm freuen, gestaltet von Kindern und Jugendlichen der Riegelsberger Vereine und Schulen, etwa dem Kinderchor und der Zirkus AG der Gesamtschule, der Akrobatikgruppe des Turnvereins Hilschbach und die Jugendgruppe des Blasorchester. Mit dabei sind auch der Kneippverein mit Jazzdance, der Turnverein Pflugscheid mit Jazzdance und Tanzgruppe, das Institut Balance, die Garde der "Mir bleiwe so", die Fußball- und die Ringerjugend sowienicht zuletzt der international bekannte Pantomime Jomi.

Kinder und Erwachsene können in einer "Spielhöhle" mit Casino, in einer Bastelecke und in einem Traumzelt verweilen. Beim Schuhspenden-Schätzspiel ist gutes Augenmaß gefragt. Dazu spielt die Band "Meet the Beat" "authentisch, schnörkellos und mit voller Wucht" Rockmusik à la Rolling Stones und The Who. Und kulinarische Leckerbissen, so wird versichert, gibt's zu familienfreundlichen Preisen. mj

Auf einen Blick

Spendenaktie: Wer die Arbeit der Elterninitiative unterstützen möchte, kann während der Spendengala eine "Spendenaktie" in beliebiger Höhe erwerben.

Kletterfels: Aus den Erlösen ihrer Aktivitäten spendet die Elterninitiative 5000 Euro zur Finanzierung einer "Boulderwand" (künstlicher Kletterfels) in Riegelsberg. Das Projekt wird während der Spenden-Gala vorgestellt. mj