Als die Post noch auf Schienen kam

Köllertal. Seit November gibt es in allen Saarbahnen Briefkästen des Briefdienstes Saarriva, eine Tochtergesellschaft der Saarbrücker Zeitung. Man kann also Briefe, die mit Saarriva-Marken freigemacht sind, in jeder Saarbahn einwerfen. Doch es ist nicht das erste Mal, dass es im Saarland Postbeförderung mit der Straßenbahn gibt

Köllertal. Seit November gibt es in allen Saarbahnen Briefkästen des Briefdienstes Saarriva, eine Tochtergesellschaft der Saarbrücker Zeitung. Man kann also Briefe, die mit Saarriva-Marken freigemacht sind, in jeder Saarbahn einwerfen. Doch es ist nicht das erste Mal, dass es im Saarland Postbeförderung mit der Straßenbahn gibt. Auch früher schon diente eine Straßenbahn als "Briefkasten", fand der Verein für Industriekultur und Geschichte heraus. Die 1907 eröffnete Riegelsberger Straßenbahn hatte die bis dahin zwischen Heusweiler, Riegelsberg und Saarbrücken verkehrende Postkutsche ersetzt. Und das Straßenbahnunternehmen beschaffte eigens für die Postbeförderung zwei gesonderte Triebwagen, die an den vier Seitenfenstern zu erkennen waren. In der Mitte solcher Wagen befand sich eine abschließbare Tür, so dass ein Teil des Wagens je nach Bedarf als Postabteil genutzt werden konnte. Täglich verkehrten drei Zugpaare mit Postbeförderung in jede Richtung. Briefe konnten durch Einwurfschlitze aufgegeben werden. Der Postschaffner, der in den Zügen mitfuhr, stempelte die Briefe dann während der Fahrt ab. Heute sind solche Postsachen gesuchte Sammlerobjekte.

Doch nicht nur Briefe, auch Pakete und Eilsachen wurden mit der Straßenbahn vom und ins Köllertal transportiert. Dazu gab es unter den Sitzen der beiden Fahrzeuge Klappen, in denen Pakete verstaut wurden. In Saarbrücken wurde die Poststraßenbahn beladen und lieferte die Sendungen an den Stationen Heinrichhaus, Riegelsberg und Heusweiler an die jeweiligen Postämter aus. 1935 endete der Postverkehr mit der Straßenbahn. Die Reichspost übernahm die Beförderung selbst mittels eigener Postomnibusse. khj