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Ortsrat Riegelsberg – jede Stimme zählt
Rettung für den Wochenmarkt durch „Events“?

Der Wochenmarkt jeden Mittwoch in Riegelsberg, hier Ende Juli, hat schon bessere Zeiten gesehen.
Der Wochenmarkt jeden Mittwoch in Riegelsberg, hier Ende Juli, hat schon bessere Zeiten gesehen. FOTO: Stephanie Schwarz
Riegelsberg. Da im Ortsrat einige Vertreter anderer Parteien fehlten, setzte die SPD ein neues Markt-Konzept durch – jedenfalls vorläufig. Von Fredy Dittgen

Einmal im Monat soll der Riegelsberger Wochenmarkt freitags ab 17 Uhr als „Eventmarkt“ mit kulturellem und musikalischem Rahmenprogramm stattfinden. In den drei übrigen Wochen soll der Markt, wie gewohnt, weiterhin mittwochmorgens stattfinden. Das beschloss der Ortsrat auf Antrag der SPD mit sechs Stimmen aus den Reihen der SPD. Die CDU, die im Ortsrat zwar sieben Sitze hat, bei der jedoch drei Mitglieder fehlten, stimmte ebenso dagegen, wie die Linke, die zwei Sitze hat, bei der aber ein Mitglied fehlte (ob der Beschluss allerdings auch den Gemeinderat passiert, ist fraglich).


Lukas Huwig (SPD) begründete den Antrag damit, dass sowohl die Besucherzahlen als auch die Anzahl der Standbetreiber immer mehr zurückgehen. Einige Standbetreiber hätten ihm daher dieses Konzept vorgeschlagen. „Ich halte das für eine interessante Idee und sehe in unserem Antrag die Chance, etwas zu verbessern“, sagte Huwig.

Ortsvorsteher Heiko Walter (CDU) betonte, dass er diese Idee zwar auch für sehr gut halte, dass der Ortsrat eine solche Änderung aber nicht alleine beschließen könne. Auch der Gemeinderat müsse zustimmen und danach müsse auch noch die Satzung der Gemeinde über Veranstaltungen, Wochenmärkte und Volksfeste geändert werden. Außerdem würden bei einem „Eventmarkt“ Mehrkosten entstehen. Die Verwaltung hatte durchgerechnet, dass man für Gage, Beschallung und Gema jeweils mit 500 bis 700 Euro rechnen müsse Hinzu kämen Personalkosten für Absperrungen, Abkassieren, Reinigung und Betreuung, die höher als an einem Mittwochmorgen wären, da der Freitagabend außerhalb der regulären Arbeitszeiten der Rathausbediensteten liegt. Deshalb riet Walter dazu, abzuwarten und offene Fragen zu klären.



Auch Klaus Janke (Linke) forderte dazu auf, abzuwarten; besser wäre es, zunächst eine Kommission zu berufen, die mit den Standbetreibern ergründen solle, warum der Wochenmarkt nicht mehr so gut besucht wird und was man tun könne, um den Wochenmarkt attraktiver zu machen. „Aber ich glaube“, so Janke, „die Wochenmärkte werden bald genau so verschwinden, wie die Tante Emma-Läden.“

Katharina Altmeyer (CDU) lehnte eine Änderung der Markttage ab. Man solle es bei den vier Mittwochen belassen, forderte sie. „Regelmäßigkeit ist vor allem für ältere Leute sehr wichtig“, so Altmeyer. Doch Lukas Huwig nutzte die Stimmenmehrheit seiner Fraktion, lehnte eine Verschiebung seines Antrages ab und bestand auf Abstimmung.

Ob es aber wirklich in naher Zukunft einen Freitags-„Eventmarkt“ gibt, bleibt abzuwarten. Denn im Gemeinderat könnten CDU und Linke den Antrag mit ihrer Stimmenmehrheit wieder kippen. Vorausgesetzt, es fehlen dort keine Mandatsträger.