Regionalverband Saarbrücken hilft Arbeitslosen und Wohnungssuchenden

Saarbrücken : Hilfe für Langzeitarbeitslose, Kinder und Wohnungssuchende

Armut zu lindern und zu verwalten ist die Hauptaufgabe des Regionalverbandes (RV). Wo irgend möglich, will der RV aber auch Menschen aus der Armut heraushelfen.

Dabei hilft das Teilhabechancengesetz, das am 1. Januar in Kraft trat. Es ermöglicht dem RV, bis zu fünf Jahre lang Lohnkostenzuschüsse zu bezahlen, wenn Firmen einen Langzeitarbeitslosen einstellen. Das Geld kommt aus Berlin. Der RV versichert, sein Jobcenter habe dieses Gesetz bereits „intensiv genutzt“ und „400 Menschen, die schon 6 Jahre und länger Leistungen nach dem SGB II bezogen, in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt“.

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo: „Erstmals können wir Langzeitarbeitslosen eine längere Perspektive bieten. Die bisherigen Programme endeten nach zwei Jahren, jetzt können wir fünf Jahre fördern. Und der RV bietet den Arbeitgebern noch eine zusätzliche Finanzierung von 150 Euro pro Monat.“

Ein weiteres Mittel, mit dem der RV Folgen der Armut lindern will, ist sein Wohnraum-Programm: Der RV will Wohnungseigentümern Zuschüsse zur Renovierung leeren Wohnraums geben. Dafür verpflichten sich die Eigentümer, 5 bis 10 Jahre an sozial benachteiligte Menschen zu vermieten und die Miete der Sozialhilfe anzupassen.

Das besondere Augenmerk des RV gilt Kindern und Jugendlichen. Um Kinder, deren Familien von der Sozialhilfe abhängen, nicht vom gesellschaftlichen Leben auszuschließen, übernimmt der RV die Kitagebühren und die Gebühren für die schulische Nachmittagsbetreuung – insgesamt rund 9 Millionen Euro pro Jahr.

Sozialarbeiter des RV besuchen Familien mit Kleinkindern, die von Sozialhilfe abhängen. Der RV unterhält vier Kinderhäuser und zwei Kinderbildungszentren in sozialen Brennpunkten. Gemeinsam mit seinen Städten und Gemeinden betreibt der RV 14 Jugendzentren und kümmert sich um Kindertagesbetreuung, Ganztagsschulen, Schulsozialarbeit und Gemeinwesenprojekte.

Aus der Studie des Berlin-Institutes folgert Peter Gillo: „Alle kommunalen Maßnahmen lindern die Probleme, schaffen die Armut der Menschen und die Belastungen der kommunalen Haushalte aber nicht ab. Hier ist der Bund gefragt. Wir leben in einem reichen Land.“ Und das Geld müsse dort eingesetzt werden, wo es besonders gebraucht wird. Gillo: „Der Teilhabe-Atlas des Berlin-Instituts zeigt, dass der Bedarf nicht nur im Osten groß ist, sondern auch in einigen westdeutschen Kreisen darunter der RV. Wir brauchen eine gerechtere Aufteilung der Steuern. Wir brauchen mehr Investitionen des Bundes in strukturschwachen Städten und Regionen, damit dort Wachstum und Beschäftigung anziehen.“

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