Reformen machen die Feuerwehren im Regionalverband Saarbrücken fit

Zum Schutz der Bürger : Reformen machen die Feuerwehren fit

Das Engagement bei der Feuerwehr muss Spaß machen, sonst droht Nachwuchsmangel – da sind sich die Fachleute im Regionalverband einig. Und deshalb wird die Wehr vielerorts neu organisiert.

Die Feuerwehren im Regionalverband sind seit Jahren in einem Umstrukturierungsprozess, der zum Teil ganz neue Wege beschreitet. „Ohne großen Streit ist dieser fast abgeschlossen und beispielhaft für die anderen Landkreise, die noch nicht so weit sind“, erläutert Brandinspekteur Tony Bender der SZ.

Überall gehe die Zahl der Feuerwehrleute zurück, langsam, aber stetig. Die Feuerwehrgerätehäuser seien vielfach veraltet, Feuerwehrfahrzeuge würden dagegen immer größer und Vorgaben anspruchsvoller. „In Heusweiler waren einige Löschbezirke nicht mehr sicher alarmierungsfähig. Unsere Kameraden arbeiten vielfach nicht mehr im Ort, am Tag war nicht mehr sichergestellt, ob wir eine Fahrzeugbesatzung zusammenbekommen. Die Lösung war eine Zusammenlegung. Der Aufwand hat sich gelohnt. Hirtel, Eiweiler und Heusweiler haben jetzt ein gemeinsames neues Gerätehaus und sind viel schlagkräftiger als je zuvor“, berichtet Dirk Ziegler, der stellvertretende Wehrführer in Heusweiler.

Befindlichkeiten habe man im Dialog geklärt, niemand sei ausgetreten. Die Schließung des Löschbezirks Dilsburg vor Augen, fand man dort einen gangbaren Weg. „Feuerwehr muss Spaß machen. An der neuen Wache haben wir nicht gespart. Es ist ein Bau für die Zukunft mit eigenen Räumen für die Jugendwehr, aus der sich unser gesamter Nachwuchs rekrutiert“, ergänzt Bürgermeister Thomas Redelberger (CDU).

Zusammenlegungen gibt es auch in anderen Kommunen. Großrosselns Wehrführer Fritz Schido: „Naßweiler, Emmersweiler und St. Nikolaus haben wir vereint zum Löschbezirk Süd. In Naßweiler war ich selbst Löschbezirksführer, wir waren noch 15 Mann. Bei Alarm fehlte immer irgendwas. Entweder kam kein Atemschutzgeräteträger oder kein Lkw-Fahrer. Jetzt ist das Problem gelöst, und die neue Wache und die Fahrzeuge ziehen den Nachwuchs wieder an.“

Reformen bei den Wehren gebe es quer durch den Regionalverband, sagt Bender. In Schnappach sei gegen erheblichen Widerstand der Löschbezirk geschlossen worden. In Göttelborn – auch geschlossen – habe man sich mit der Nachbargemeinde Merchweiler auf Löschhilfe verständigt. Numborn und Kutzhof würden zusammengelegt. Auersmacher und Sitterswald habe man vereint, in einem Haus habe man jeweils getrennt agieren wollen und sei dabei zusammengewachsen zum „LB 1 Mitte“.

Modellcharakter habe ein geplanter Neubau zwischen Bübingen und Kleinblittersdorf, wo erstmals zwei Kommunen eine gemeinsame Wache betreiben würden. Das Innenministerium fördere dieses Projekt mit erhöhten Zuschüssen.

Handlungsbedarf bestehe weiterhin auch in Saarbrücken. Dort sei es nur extrem schwierig, für notwendige Neubauten Grundstücke zu finden. Völklingen denke über einen Neubau der Hauptfeuerwache in der City nach. „Bei all dieser Konzentration hat sich nirgendwo die Eintreffzeit der Feuerwehr verschlechtert“, betont Ziegler. Daher würden Zusammenlegungen auch nicht unbegrenzt weitergehen, sind sich die Experten einig.

Der Brandinspekteur des Regionalverbandes, Tony Bender. Foto: BeckerBredel

Die Reform im Regionalverband sei fast abgeschlossen und Feuerwehr als Ehrenamt an vielen Stellen attraktiver geworden. „Das darf man dabei nicht aus den Augen verlieren. Nur wenn Feuerwehr Freude macht, finden sich Menschen, die sich hier freiwillig einbringen“, sagt Redelberger. Er  sieht die Wehren nach dem Reformprozess allerorts gut aufgestellt. Schido, Ziegler und Bender teilen seine Meinung.