Redenschreiber der Oberbürgermeister erzählt as dem Rathaus Saarbrücken

Erinnerungen aus dem Saarbrücker Rathaus : Ex-Protokollchef erzählt sein Leben

Er habe dieses Buch schreiben müssen, sagt Werner Theis. Denn er sei „ein Perfektionist, ein Bearbeiter, der auf diesem Papier sein Leben bearbeitet, damit er es abheften und in den Bücherschrank stellen kann“.

Das, was Theis, der 31 Jahre lang im Saarbrücker Rathaus tätig war, beim Schreiben seiner Memoiren zusammengetragen hat, eignet sich allerdings nicht nur für dessen eigenes Bücherregal, findet der ehemalige Saarbrücker Oberbürgermeister Hajo Hoffmann. Werner Theis gelinge es, „seine subjektiven Erlebnisse im Rahmen der jeweils aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung einzubringen“, schreibt Hoffmann im Vorwort zu „Der Dürrländer“. So hat Theis sein in der Edition Schaumberg erschienenes Buch betitelt.

Auf knapp 500 Seiten erzählt Theis, 1953 als Sohn eines Bergmanns in Quierschied geboren, von seiner Zeit als Soldat, als Förderlehrer und Erzieher im Internat für Jungen in Leben, als Musiker und als Mann für Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und fürs Protokoll im Saarbrücker Rathaus. 31 Jahre lang war er Redenschreiber für die Oberbürgermeister, zuletzt für Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. Vor allem in seinen zwölf Jahren als Protokollchef der Saarbrücker Stadtverwaltung begegnete Theis vielen Prominenten. Auch diese Begegnungen finden Eingang ins Buch.
„Das Bewusstsein der Endlichkeit des eigenen Seins“ habe ihn beim Schreiben gestreift, sagt Werner Theis. Er habe gemerkt, dass Dinge, die eben noch ganz wichtig waren, plötzlich belanglos sind. Theis beschreibt ein volles Leben. Aber auch den Wunsch: „Bloß jetzt nicht schon sterben.“

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