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Saarriva macht’s möglich
Rechtsschutzsaal ziert Briefmarken

Bürgermeister Schultheis präsentiert stolz die neuen Friedrichsthaler Briefmarken. Motive sind der Rechtschutzsaal und das Rathaus.
Bürgermeister Schultheis präsentiert stolz die neuen Friedrichsthaler Briefmarken. Motive sind der Rechtschutzsaal und das Rathaus. FOTO: Thomas Seeber
Friedrichsthal. Friedrichsthaler Verwaltung verschickt Briefe mit eigens entworfenen Wertzeichen.

Die „Blaue Mauritius“ kennt jeder, dabei ist die Briefmarke mit einem Wert von einer Million Euro nicht einmal die teuerste der Welt. Diesen Titel beansprucht die „British Guiana 1c Magenta“ für sich. Neun Millionen Euro muss der geneigte Sammler dafür hinblättern.


Ob die neuen Briefmarken der Stadt Friedrichsthal jemals in diese Dimensionen vorstoßen, ist eher fraglich – dennoch sind die Postwertzeichen für die Kommune bereits ein Erfolg. Finanziell wie ideell. „Wir sind durch den Haushaltssanierungsplan gehalten, alle Kostenstellen auf den Prüfstand nach Einsparpotenzialen zu stellen“, sagt Friedrichsthals Bürgermeister Rolf Schultheis, „wir sind zwar im Zeitalter der E-Mail, aber man soll nicht meinen, wie viele Briefe eine Stadt im Jahr noch verschicken muss.“

Durch den Wechsel zum Anbieter Saarriva hatte die Kämmerei eine jährliche Einsparung von 3000 Euro prognostiziert. Nach den Erfahrungen der ersten Monate deutet sich nun an, dass dieser Wert sogar überschritten wird. „Wir könnten irgendwo zwischen vier- und fünftausend rauskommen“, sagt Schultheis. Das ist im Haushalt der Stadt zwar nur ein vergleichsweise kleiner Betrag, aber immerhin.



Viel wichtiger für Schultheis sind die Briefmarken mit Motiven aus der Stadt, die Saarriva eigens für Friedrichsthal aufgelegt hat. Sie sind nicht im freien Handel erhältlich, sondern bislang nur auf Post aus dem Rathaus zu finden. „Als Motive haben wir den Rechtsschutzsaal und das Rathaus ausgewählt“, sagt Schultheis und zeigt stolz die beiden kleinen Aufkleber. „Es sind manchmal eben diese kleinen Dinge, die eine Sache besonders machen. Es ist keine große Werbekampagne, aber doch ein Stück weit die Verfestigung einer lokalen Identität.“ Und weitere Ideen sind in der Planung. „Wir haben die Idee, eine Sondermarke für den Hoferkopfturm aufzulegen. Der Erlös soll in dieses Projekt fließen.“

Ein Hingucker für Lokalpatrioten sind die Marken auf alle Fälle. Ob sie für Briefmarkensammler lukrativ werden, muss die Zukunft zeigen. Dabei sollte man nicht vergessen: Als die „British Guiana 1c Magenta“ 1856 ausgegeben wurde, war ihr Nennwert gerade einmal ein einziger Cent.