Der gefährliche Riesenbärenklau: Rasant breitet sich die gefährliche Pflanze aus

Der gefährliche Riesenbärenklau : Rasant breitet sich die gefährliche Pflanze aus

In Bildstock gibt es einen Grünstreifen, auf dem sich der Riesenbärenklau sehr vermehrt. Hier müsste dringend Abhilfe geschaffen werden.

Beunruhigte Bildstocker warnten kürzlich in einer lokalen Facebookgruppe vor einer hochgefährlichen Pflanze, die zu Dutzenden gefährlich nahe am Straßenrand am Ortsausgang von Bildstock in Richtung Elversberg wächst. Es handelt sich hier um den Riesenbärenklau, der entlang der L 125 Wurzeln geschlagen hat und sich dort in erschreckendem Maße ausbreitet. Der neu zuständige Revierförster, Lars Kreinbihl, beobachtet dieses Gebiet. „Der Riesenbärenklau mag das Licht und gedeiht auf Freiflächen wie entlang dieser Landesstraße bei Bildstock besonders gut“ erklärte Kreinbihl auf Nachfrage. Die auch Herkulesstaude genannte Plage ist keine unscheinbare Giftpflanze am Wegesrand, sondern ein gigantisches Kraut mit dicken Stängeln und großen Blütenständen, das bis zu vier Meter hoch werden kann. Die weißen Blüten und gezackten grünen Blätter sehen zwar schön aus, doch berühren oder gar als heimischen Blumenschmuck pflücken sollte man sie auf gar keinen Fall, denn schon ein kurzer Kontakt reicht aus, um gesundheitliche Probleme zu bekommen.

Alle Teile der Pflanze enthalten gefährliche Giftstoffe. Im Jahr 2008 wurde sie sogar zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Sie ist nur schwer zu bekämpfen, denn schneidet man die Staude nur ab oder reißt sie heraus, treiben die verbleibenden Wurzeln erneut aus. Lässt man sie unbeobachtet wachsen, kann sich eine einzige Pflanze mit ihren 10.000 bis 100.000 Samen massiv ausbreiten. Aber was macht diese Pflanze für Mensch und Tier so gefährlich? In und auf dem  gesamten Gewächs sind sogenannte photosensibilisierende Furocumarine enthalten, die nach Hautkontakt heftige Reaktionen hervorrufen. Die Reaktionen zeigen sich in Rötungen, Hautentzündungen, Reizungen und enden in schlimmen Fällen in entzündlichen und schmerzhaften Blasenbildungen ähnlich wie bei Verbrennungen ersten bis zweiten Grades. Auch von Fieber, Schweißausbrüchen und Kreislauf-Schocks ist oft die Rede. Tückisch ist, dass die unter Sonneneinstrahlung auftretenden Beschwerden häufig erst 20 bis 40 Stunden nach dem Pflanzenkontakt einsetzen.

Angst vor der Pflanze brauche man als Spaziergänger nicht zu haben, beschwichtigt Kreinbihl. Schließlich seien die Wachstumsorte bekannt und unter Beobachtung: „Vorsicht reicht völlig aus. Außerdem befindet sich der Bewuchs ja entlang der Straße im hinteren Bereich Richtung Wald. Der vordere Bereich wurde bereits durch die Stadt mittels Mäharbeiten „entschärft“. Weitere Bekämpfungsmaßnahmen seien  mit der Stadt Friedrichsthal zu koordinieren. Günter Hofmann ist seit 30 Jahren Naturschutzbeauftragter der Stadt. Ihm ist der ständig wachsende Bestand dieser Giftpflanzen schon lange ein Dorn im Auge „Jetzt, wo die Pflanze blüht und Samen ausbildet, wäre die perfekte Zeit, sie unter Kontrolle zu bringen. So könnte man sie mit großen Kunststoffsäcken umwickeln und die Verbreitung der Samen verhindern. Im Herbst stirbt die Mutterpflanze ab“, erklärt er. „Doch das Feld gehört zum Bann Heinitz und somit in die Zuständigkeit Neunkirchens. Ein vor Jahren gestelltes Ersuchen für eine Vernichtungsmaßnahme ist im Sande verlaufen. Die Zuständigkeiten sind unklar und werden hin und her geschoben“ ärgert er sich. „Wenn jetzt wieder nichts geschieht, wird sich der Bestand ungehindert weiter ausdehnen“. Wer mit dem Bärenklau in Berührung gekommen ist,  sollte die entsprechende Körperpartie möglichst rasch und sehr gründlich mit Wasser und Seife reinigen. Mediziner raten dazu, die  Sonne in den Folgetagen unbedingt zu meiden. Bei Hautreizungen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.