Ralf Kipper ist Elferratspräsident der Göttelborner „Von der Höh“.

Kostenpflichtiger Inhalt: Karneval im Blut : Göttelborner Fastnachtsurgestein

Ralf Kipper ist Ex-Prinz, Büttenredner, Schatzmeister und Elferratspräsident der Narren „Von der Höh“.

Der lebenslange Fastnachtsplan von Ralf Kipper war eindeutig. „Ich werde niemals in einen Karnevalsverein (KV) gehen. Denn dann musst du arbeiten und kannst nicht mehr so feiern, wie du möchtest. Das habe ich mir in den 1980er Jahren fest vorgenommen, und es hat auch mehr als dreißig Jahre sehr gut funktioniert“, erklärt Kipper.

Der Göttelborner feierte Fastnacht, nahm zusammen mit Freunden jedes Jahr am Göttelborner Umzug teil, und damit hatte sich die Sache. Doch der Karnevalsverein „Von der Höh“ Göttelborn wusste, welches Organisationstalent da in seinem Ort schlummert, und so wandten die Faasebooze raffinierte Tricks an.

Ralf Kipper wohnt mit seiner Familie direkt im ersten Haus am Ortseingang von Göttelborn. „Irgendwann kam der Anruf vom Karnevalsverein, und ich wurde gefragt, ob ich die Umzugsbändchen verkaufen könnte, da ich ja sowieso am Ortseingang wohne. Ich habe mir nichts dabei gedacht und habe zugesagt“, berichtet der 57-Jährige aus dem Jahr 2011.

Es war der Anfang vom Ende seines Plans, oder wie er heute sagt, der Anfang vom Glück. Im Jahr 2012 rief ihn die damalige KV-Vorsitzende Monika Arendt an und fragte, ob er und seine Frau Maria nicht Lust hätten, das neue Göttelborner Prinzenpaar zu werden. „Nach kurzer Bedenkzeit haben wir zugesagt und sind auch in den Verein gegangen. Ich dachte mir immer noch nichts dabei. Wir wollten ja nur helfen“, erklärt Ralf Kipper.

Ein Jahr später kam die nächste Frage des Vereins. Man könnte ja das erlebte Jahr als Prinzenpaar in eine lustigen Büttenrede verpacken. Mit dem Thema „Davon will keiner mehr was wisse, uns han se als Prinzenpaar rausgeschmisse“ standen Ralf und Maria 2013 das erste Mal in der Bütt.

Es war der Anfang einer starken Büttenredner-Karriere. Ralf Kipper steht heute noch zusammen mit dem Göttelborner Ortsvorsteher Peter Saar als Don Karlino und Petrone auf der Bühne. Das nächste Mal übrigens am kommenden Samstag, bei der zweiten Kappensitzung des Göttelborner Karnevalsvereins.

„Mir haben die Büttenreden von Anfang an großen Spaß gemacht, also bin ich dabeigeblieben“, sagt das Göttelborner Urgestein. Doch damit bei weitem noch nicht genug. Seit dem Jahr 2016 ist Ralf Kipper Schatzmeister des Vereins und seit 2017 Elferratspräsident. Von Januar bis März gibt es in seinem Leben nun die volle Fastnachts-Dröhnung.

Jeden Tag liegt etwas anderes an, und an jedem Wochenende geht es zu einer anderen Sitzung. „Es ist enorm viel Arbeit, und es muss viel organisiert werden. Ich kümmere mich um das Programm der Kappensitzung und als Schatzmeister auch um alle finanziellen Dinge. Und die Büttenrede muss ja auch geschrieben werden. In dieser Session feiern wir unser närrisches Vereinsjubiläum – fünfmal elf Jahre“, sagt der selbstständige EDV-Kaufmann, der sich diese ganze Sache vor 30 Jahren niemals hätte vorstellen können.

„Wenn mir das damals jemand gesagt hätte, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht. Aber ich bereue keine Minute. Wir haben tolle Vereinsmitglieder und trotz der Arbeit sehr viel Spaß. Wenn keiner Lust auf die Arbeit hätte, würde es viele Vereine nicht mehr lange geben. Es hat etwas gedauert, bis ich das verstanden habe“, sagt der Göttelborner Elferratspräsident.