Wolfgang Rabers Kunst an der Q.lisse

Serie Kunst im öffentlichen Raum : Skulptur macht diesen Platz zu besonderem Ort

Klassische Musik inspirierte Wolfgang Raber zu Kunstwerk vor der „Q.lisse“ in Quierschied.

Seit Oktober 2018 ist Quierschied um eine Skulptur im öffentlichen Raum reicher. Da wurde die fünfteilige Großplastik aus Corten-Stahl unmittelbar vor dem Haus der Kultur „Q.lisse“ eingeweiht. Sie stammt von Wolfgang Raber, dem bekannten Künstler aus Quierschied. Er ist Metallbildhauer, hat die Techniken und das Handwerk des Eisenschmiedens von der Pike auf gelernt. Heute konzentriert er sich ganz auf seine freien, künsterlischen Arbeiten, unterhält ein Atelier in Quierschied.

Von ihm stammt auch die nur wenige Meter von der „Q.lisse“ entfernte Arbeit „Magna florum ancora“ in der Quierschieder Grünanlage Im Eisengraben oder auch die Großplastik in Saarbrücken auf dem Burbacher Stern. Die neue Skulptur vor der „Q.lisse“ trägt den etwas sperrigen Namen „Die Zweite – drei Freunde – 3. Satz“. „Ich höre bei der Arbeit gerne klassische Musik“, sagt der Künstler dazu, der nur ungern Aufheben um seine Person macht. Besonders gerne höre er Beethoven, und daher ließ er sich von der 2. Sinfonie – und hier dem 3. Satz – zu der Skulptur inspirieren.

Die große Plastik besteht aus fünf Einzelformen, drei ganz ähnliche, spitz zulaufende Formen, sowie zwei weitere, die im oberen Bereich noch aneinandergefügte Elemente aufzeigen. Die drei ähnlichen spitz zulaufenden Formen sind schmal und kompakt, sie erscheinen wie aus einem Guss, sind sehr ähnlich. Lediglich eine dieser Formen hat eine Aussparung, die einen Durchblick zulässt. Eine vierte Form der Großplastik wurde am oberen Ende mit einem Element erweitert, das an eine sehr stark stilisierte Blüte erinnern kann.

Der fünfte Teil der Arbeit unterscheidet sich. Hier ist eine aufrechte Stele zu sehen, eine Säule, die allerdings am oberen Ende spitz zuläuft, gleichzeitig auch eine Aussparung in dieser Form hat. Zusätzlich wird diese Stele von einem hufeisenähnlichen Element gekrönt, das wie zwei Arme in die Horizontale greift. Dieses Element verleiht der gesamten Skulptur seine Spannung. Denn alle fünf Einzelelemente sind sehr stark vertikal ausgerichtet, stehen einzeln für sich, nebeneinander. Erst dieses umfassende Element hält die fünf Formen zusammen, es bildet einen Kontrast, der Spannung erzeugt und die Großskulptur damit vollendet.

Das Besondere an dieser Skulptur ist außerdem, dass sie ihre Ansicht verändert, je nachdem, von welchem Standort man sie betrachtet. Daraus ergibt sich das Gesamtkunstwerk Wolfgang Rabers. Und das vollendet den öffentlichen Raum vor der „Q.lisse“ in Quierschied, und macht disenen Ort zu einem ganz besonderen Platz.

Mehr von Saarbrücker Zeitung