Wo der Wald seinem Willen folgt

Fischbach/Riegelsberg. Die zwölfjährige Hedda Sophie aus Heusweiler brachte es nach der anstrengenden, aber sehr informativen Wanderung auf dem Urwaldwanderweg auf den Punkt: "Wenn man drei Stunden im Wald unterwegs war und anschließend einem Auto begegnet, merkt man erst, wie das stinkt

Fischbach/Riegelsberg. Die zwölfjährige Hedda Sophie aus Heusweiler brachte es nach der anstrengenden, aber sehr informativen Wanderung auf dem Urwaldwanderweg auf den Punkt: "Wenn man drei Stunden im Wald unterwegs war und anschließend einem Auto begegnet, merkt man erst, wie das stinkt."Jeden zweiten Freitag im Monat - bis Oktober - bietet der Urwaldförster Matthias Beideck eine Wanderung durch den Urwald auf dem Netzbachpfad an. Wie groß das Interesse hieran ist, zeigt der Blick in die Statistik. Nach Angaben von Förster Beideck haben im vergangenen Jahr etwa 800 Wander- und Heimatfreunde das Angebot genutzt. An der Wanderung, die wir jetzt beschreiben, nahmen 13 Interessierte teil. Spannend ist schon die Einführung, die Beideck seinen Gästen gibt. Mehr als 1000 Hektar beträgt die Fläche des Urwaldes, der seit 13 Jahren unter Naturschutz steht. Die ältesten Bäume sind etwa 200 Jahre alt. Wenn man bedenke, so Beideck, dass der Urwald umzingelt sei von Zivilisation, ("fast jeder zweite Saarländer lebt als Anrainer rund um den Wald"), könne man ermessen, welche Bedeutung das Gebiet für die Menschen der Region habe. Der Rundweg führt zunächst wenige Meter über Asphalt und mündet rasch in den Wald jenseits der L 259. Von nun an geht es nahezu ununterbrochen durch kühlen Schatten - ein Weg, der sich auch für heiße Tage gut eignet. Er führt am ehemaligen Bauerngehöft Wolfsgarten vorbei. Alleine ein paar Obstbäume zeugen noch von früherer Besiedlung. Weiter geht es zum Waldbach, der sich in einem tief eingeschnittenen Tal dem Netzbachweiher entgegenschlängelt. In den kurzen Pausen, die Förster Beideck immer wieder einlegt, erläutert er die Besonderheiten des Waldes und seiner Bewohner. Aber auch Unangenehmes lässt er nicht aus. So berichtet er von Müllablagerungen, für deren Beseitigung der Forst jährlich 20 000 Euro berappen muss. Streckenweise wandert man über schmale Pfade, die die Einsamkeit im Wald spürbar werden lassen. Gerhard Dreher und Horst Fischer sind auch dabei. Die beiden Neunkircher sind passionierte Jäger. Sie zeigten sich begeistert von dem Angebot. "Wir nehmen jede Gelegenheit wahr", so berichten sie, "um vom Wald zu lernen." Auch vom Austausch von meinungen und Informationen mit dem kompetenten Förster seien sie angetan.

Auf einen BlickDie Dauer der Wanderung wird mit drei Stunden angegeben. Förster Beideck hat die Strecke gut im Griff, so dass die Wandergruppen pünktlich zum Forsthaus Neuhaus zurück sind. Die Wanderung kostet pro Person 3 Euro. Anmeldungen unter Tel. (0 68 06) 10 24 19 im Scheunenbüro sind erforderlich. eng