„Wir brauchen jedes Mitglied“

Die Freiwillige Feuerwehr von Quierschied hat seit Samstagnachmittag einen neuen Chef. Der 29-jährige Christian Peter wurde bei der außerordentlichen Hauptversammlung in der Alten Näherei zum Nachfolger von Jürgen Meiser gewählt.

Die Versammlung war notwendig geworden, weil der bisherige Wehrführer nach vier Amtsjahren aus persönlichen und familiären Gründen von seiner Funktion zurückgetreten war. Zu der Veranstaltung am vorigen Samstag waren 48 Stimmberechtigte im Mehrzweckraum in der Holzer Straße erschienen. Von ihnen stimmten 42 für den Kraftfahrzeugmeister, der ohne Gegenkandidat zur Wahl angetreten war. Es gab eine Neinstimme und fünf Enthaltungen. Wie er im SZ-Gespräch verriet, sieht er als vordringlichste Aufgabe an, dass im Löschbezirk professionell gearbeitet wird. Zudem sollen sich die Feuerwehrleute mit Respekt begegnen. Vor allem möchte er Ruhe in die Reihen der Floriansjünger bringen. "Ich will jeden begeistern. Wir brauchen jedes Mitglied", gab er sich hoffnungsvoll. Dazu hat Peter jetzt sechs Jahre Zeit. Für seine Hobbys, nämlich Sport und Laufen, wird die Zeit knapper werden. Bislang war er als stellvertretender Löschbezirksführer von Quierschied aktiv. Seine Position bleibt nun vorerst unbesetzt, wie Bürgermeisterin Karin Lawall , die die Versammlung leitete, mitteilte. Im Dezember sollen Mitglieder für ihre Zugehörigkeit zur Wehr geehrt werden. Dabei soll im Rahmen einer weiteren Versammlung auch der Nachfolger von Christian Peter gewählt werden. Lawall dankte zuvor Jürgen Meiser für seine bisherigen Verdienste und überreichte ihm ein Geschenk. Wie die Rathauschefin ausdrücklich betonte, sei das keinesfalls eine Verabschiedung, sondern eine Anerkennung. "Das ist ein sehr, sehr wichtiges Amt", meinte Lawall. In Meisers Amtszeit fielen so wichtige Dinge wie die interkommunale Zusammenarbeit mit Merchweiler oder die Auflösung des Löschbezirks Göttelborn 2013.

Auf den Nachfolger kämen schwierige Zeiten bei nur zwei Löschbezirken zu. Ein autoritärer Führungsstil sei nicht gefragt, so die Bürgermeisterin. Auch müsse man sehen, wie man mit der Fluktuation - insbesondere bei den jüngeren Feuerwehrleuten - umgehe. Deshalb sei das Zusammengehörigkeitsgefühl sehr wichtig. "Man muss das Gespür haben, mit diesen modernen Zeiten umzugehen", betonte Lawall. Meiser bleibt der Quierschieder Feuerwehr als Aktiver weiterhin erhalten. "Die Feuerwehr kann auf dich nicht verzichten", erklärte die Bürgermeisterin am Samstag weiter.