Kommunalwahl: Wiederaufnahme der Großen Koalition noch nicht abgemacht

Kommunalwahl : Wiederaufnahme der Großen Koalition noch nicht abgemacht

Nach der Kommunalwahl ist sich die Quierschieder SPD nicht sicher, ob sie als Juniorpartner ein Bündnis mit der CDU eingehen soll.

Die sogenannten Volksparteien haben bei den Wahlen am vorigen Sonntag erneut Federn gelassen – auch im Quierschieder Gemeinderat musste die SPD mit 10,5 Prozent einen klaren Stimmenrückgang hinnehmen, die CDU verlor trotz leichten Gewinnen einen Sitz. Die Sozialdemokraten sind mit nur noch 30,9 Prozent nicht mehr stärkste Fraktion, mussten vier Sitze abgeben.

„Die internen Probleme der Partei sind auch den Wählerinnen und Wählern nicht verborgen geblieben“, will der bisherige Fraktionssprecher Stephan Schmidt nicht nur externe Gründe für das schlechte Abschneiden gelten lassen, „In den letzten elf Jahren war die SPD in Quierschied immer bemüht, mit stabilen Mehrheiten Projekte im Sinne der gesamten Gemeinde umzusetzen.“ Die Stimmen-Ernte für das gemeinsam mit der CDU Erreichte konnte man am Sonntag aber nicht einfahren. Der nahezu ausgeglichene Haushalt der Kommune oder die Umsetzung der städtebaulichen Projekte in Quierschied und Göttelborn schlugen sich nicht auf den Wahlzetteln nieder. „Es gibt jetzt Stimmen, die diese Zusammenarbeit künftig in Frage stellen“, sagt Schmidt, der seit zwölf Jahren Fraktionssprecher ist, sein Verbleiben im Amt aber vom Verlauf der anstehenden, innerparteilichen Gespräche abhängig macht.

Die CDU zieht mit 38,3 Prozent der Stimmen an den Sozialdemokraten vorbei, muss aber dennoch einen Sitz abgeben. „Wir haben das Ziel stärkste Fraktion erreicht, dass wir trotz Zugewinns (Anm. d. Red: plus 1,6 Prozent) einen Sitz weniger haben, ist schade. Aber so ist das Wahlrecht“, sagt dazu Stefan Chadzelek, der bisherige CDU-Fraktionssprecher, der dieses Amt auch weiterhin bekleiden möchte: „Darüber haben wir vorher nicht gesprochen. Es geht nicht um Posten, sondern darum, die Gemeinde weiterzubringen.“ Das sei mit dem Partner SPD in der Vergangenheit gelungen. „Wir haben gemeinsam gut geliefert. Darum werden die Sozialdemokraten auch unser erster Ansprechpartner sein. Wenn man fünf Jahre etwas bewegen möchte, braucht es eine verlässliche Zusammenarbeit“, so Chadzelek weiter.
Eine Zusammenarbeit mit der AfD werde es nicht geben. In der Heimatgemeinde des Landesvorsitzenden Josef Dörr erhielten die Rechten 7,8 Prozent (plus 3,1) der Stimmen. Als Wahlsieger sehen sich die FDP, die mit 4,6 Prozent (plus 3,1) ins Gemeindeparlament zurückgekehrt ist, aber auch die Freien Wähler. Sie verzeichneten bei 11,9 Prozent einen Zugewinn von 5,1 Punkten. „Wir sind richtig stolz, denn mit nun vier Sitzen werden wir mehr bewegen können“, sagt Fraktionssprecher Gernot Abrahams, der aber keine Koalitionsaussage machen will: „Wir werden weiter gute Anträge unterstützen und schlechte ablehnen.“

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