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Wehrleute müssen nicht noch zur Übung ran

Wehrleute müssen nicht noch zur Übung ran

Während die aktiven Kameraden nach den sehr anstrengenden Einsätzen der vergangenen Wochen am Samstag aussetzen durften, zeigte der Nachwuchs sein Können bei einer Übung.

Just in dem Moment als Christian Peter, der Wehrführer der Quierschieder Feuerwehr, am Samstag verdiente Wehrleute befördern und für ihre langjährige Tätigkeit auszeichnen wollte, ertönte ein Piepton. "Es gibt schon wieder eine Unwetterwarnung", so der 30-Jährige nach einem kurzen Blick auf das elektronische Alarmierungsgerät. Doch diesmal musste die Wehr nicht ausrücken. "Normalerweise ist Wasser der Freund der Feuerwehr, in den letzten Wochen war es unser Feind", sagte Peter. Über 120 Mal wurden die Quierschieder Feuerwehrleute in den letzten 14 Tagen gerufen. Vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume, Verkehrsunfälle . "Die Belastung der Kameradinnen und Kameraden war sehr hoch. Darum haben wir uns entschlossen, die angesetzte Jahreshauptübung der aktiven Wehr abzusagen."

So standen am Samstag die 29 Nachwuchskräfte der Jugendwehren aus Quierschied und Fischbach/Camphausen sowie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Mittelpunkt. Das Szenario: ein Brand bei der Firma Hydac in Göttelborn mit fünf Verletzten. Professionell begann die erste Gruppe mit den Löscharbeiten, während die zweite sich um die Rettung der von Notfalldarstellern gemimten Opfer kümmerte und diese zum von den DRK-Kräften eingerichteten Verbandsplatz schafften.

"Die Übung lief sehr gekonnt ab, dafür gibt es ein ‚sehr gut' an die Teilnehmer", urteilte Peter Dausend, stellvertretender Brandinspektor, "besonders gefallen hat mir, dass die Übung mit jugendgerechtem Material durchgeführt wurde." Heißt: Zwar kamen die richtigen Feuerwehrfahrzeuge zum Einsatz, das Schlauchmaterial war aber altersgerecht angepasst.

"Es war ein schöner Einblick in die Arbeit der Jugendwehr", lobte auch Quierschieds Bürgermeister Lutz Maurer, "unsere Feuerwehr hat in den letzten Wochen ihren Wert für die Gemeinde erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Darum ist es für mich keine Frage, dass wir unsere Hilfsorganisation auch in Zukunft bestmöglich unterstützen." Über 260 000 Euro wendet die Gemeinde in diesem Jahr für ihre Wehren auf.

Die Anschaffung des neuen Mannschaftstransportwagens, der am Samstag von Pfarrerin Mangold und Pastor Winter geweiht wurde, war dennoch nur durch eine Spendenaktion und die Unterstützung der Fischbacher Firma Huwig möglich.

Für langjährige aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurden Martin Schaum (35 Jahre), Gerd Krauß (40) und Walter Padrock (50) geehrt. Befördert wurden Bianca Baumgarten und Cornelia Schönecker zu Oberfeuerwehrfrauen, Sandra Andres und Dominic Franz zu Löschmeistern, Peter Regneri zum Hauptlöschmeister, Dirk Meyer zum Brandmeister sowie Martin Schaum zum Oberbrandmeister. Ex-Bürgermeisterin Karin Lawall wurde wegen ihres besonderen Einsatzes für die Belange der Feuerwehr zum Ehrenmitglied ernannt.