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Umzug durch Göttelborn
Warm tanzen war die Devise am und im Zug

Der Motivwagen der Quierschder Wambe
Der Motivwagen der Quierschder Wambe FOTO: Iris Maria Maurer
Göttelborn. Viel Abwechslung bot der närrische Lindwurm durch Göttelborn bei Motivwägen und Fußgruppen. Viele redeten vom Wetter. Von Jörg Martin

Der diesjährige Fastnachtsumzug im Quierschieder Ortsteil hatte am Sonntagnachmittag einen Mitbewerber um die Meinungsführerschaft: das Wetter. Fast überall, wo man hinhörte, zogen die Narren am Rande der Umzugsstrecke Vergleiche zum Vorjahr. Da war es bei weitem nicht so kalt, dafür trocken und es schien die Sonne. Angesichts des Schneeregens kurz vor Start des närrischen Lindwurms, fehlenden Sonnenscheins und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war dies kein Wunder. „Gefühlt sind das weniger als null Grad. Das liegt vielleicht aber auch daran, dass wir hier schon eine Weile stehen“, sagte eine Frau aus Saarbrücken der SZ. Sie wartete mit ihrer Familie bei eisiger Kälte in der Hauptstraße auf dem Umzug.


Der war im Vergleich zu den Vorjahren früher gestartet : nämlich um 14.11 statt um 14.30 Uhr. Den Narren schien das Wetter egal zu sein. Gute Stimmung war in den Gesichtern der Besucher fast überall auszumachen. Da gab es beispielsweise Cowboys, die Kostüme trugen, in die die Pferde schon integriert waren. Auffällig in diesem Jahr: Viele weibliche Zaungäste schienen angesichts ihrer Kleidung die Temperaturen zu ignorieren: Knappe Röcke, oftmals gar ohne Strumpfhose, und den Schal weggelassen. Vielleicht auch eine Art, den Frühling herbeizusehnen. Manche tanzten sich im Warten warm und hatten, wie eine Gruppe nahe einer Gaststätte in der Hauptstraße, ihre eigene Musik dabei. „Komm‘ hol‘ das Lasso raus“, lautete das Motto auf dem Wagen der Gemeinde. Dort hatten Bürgermeister Lutz Maurer als Zorro und Ortsvorsteher Peter Saar, letzterer im Indianer-Outfit, offensichtlich richtig viel Spaß beim Verteilen der Popcorn-Packungen.

„Alleh-hopp“ riefen die meisten Kinder und bekamen dann großzügig was zugeworfen. Mit der idealen Mischung aus abwechselnder Blasmusik und Sambaklängen kam der Musikverein Harmonie Welschbach daher. Er marschierte mit seiner Fußgruppe und in schönen, grell-bunten Kostümen direkt mit und sorgte für Stimmung. Die war auch auf dem Schiff, mit dem der KV „Mir senn do!“ Merchweiler, auf dem Umzug teilnahm, gut. Dort lief gerade das Lied „Hoch die Hände, Wochenende“. Auch dem Mann im Security-Kostüm war die Kälte, angesichts kurzer Arme beim T-Shirt, offensichtlich egal. Das Thema TV-Dschungelcamp griff die Fußgruppe dahinter auf und zeigte sich nicht nur im originalgetreuen Outfit, sondern auch mit passender Telefonnummer. „Die Heher“ hatten sich dieses Mal mit ihrer Kleidung dem Wetter angepasst und erschienen als Schneemänner. Die Fußgruppe des KV Hilaritas beeindruckte durch attraktive venezianische Kostüme und Masken.



„Yellow is the new black“ konnte man auf einem Schild, welches Minions vor sich hertrugen, lesen. „Unser Herz singt, weint, lacht“ hatten die Narren des KV Saargold auf ihren Wagen geschrieben. Deren Mäusegarde nahm sogar mit einem eigenen Wagen teil. „Normalerweise passiert da nix“, beruhigte eine Gruppe, die das Thema Bauarbeiter aufnahm, auf ihren Wagen geschrieben. Das hoffen wir mal.

„Mambo Nr. 5“ war vom Wagen des KV Die Quierschder Wambe zu hören. Man konnte angesichts des leichten Nieselregens schon Mitleid mit den Gardemädchen haben. Die wurden teilweise vom Wind fast weggeweht. Die Mädchen nahmen es gelassen.

Genau wie die übrigen Teilnehmer danach auch, die sich von den Techno-Klängen einer zum Mini-Motiv-Wagen umfunktionierten Pkw-Ente der Quierschder Wambetrampel stimmungsmäßig inspirieren ließen.

Die Fußgruppe des KV Hilaritas beeindruckte mit ihren Masken und Kostümen.
Die Fußgruppe des KV Hilaritas beeindruckte mit ihren Masken und Kostümen. FOTO: Iris Maria Maurer