Vereine sollen Hallenmiete zahlen

Quierschied. Für die Hallensport treibenden Vereine in Quierschied brechen neue Zeiten an. Bisher können sie die gemeindeeigenen Hallen kostenlos nutzen. Das wird sich ändern. Die Gemeinde hat eine neue Nutzungs- und Entgeltordnung erarbeitet. Danach sollen die Vereine künftig für eine Stunde Training von Erwachsenen vier Euro und von Jugendlichen 2,50 Euro zahlen

Quierschied. Für die Hallensport treibenden Vereine in Quierschied brechen neue Zeiten an. Bisher können sie die gemeindeeigenen Hallen kostenlos nutzen. Das wird sich ändern. Die Gemeinde hat eine neue Nutzungs- und Entgeltordnung erarbeitet. Danach sollen die Vereine künftig für eine Stunde Training von Erwachsenen vier Euro und von Jugendlichen 2,50 Euro zahlen. Beim Spielbetrieb sind es pro Stunde sechs beziehungsweise vier Euro. Alleine für das Training würde das Einnahmen von rund 22 000 Euro im Jahr bedeuten. In der jüngsten Sitzung des Kultur- und Sportausschusses stellte Bürgermeisterin Karin Lawall (SPD) klar: "In den umliegenden Kommunen müssen die Vereine alle für die Nutzung der Hallen bezahlen." So koste der Trainingsbetrieb in Heusweiler sechs, beziehungsweise 1,50 Euro und in Friedrichsthal 7,50 Euro. Dort seien die Jugendlichen frei. Die Bürgermeisterin betonte: "Mit dieser Entgeltordnung können alle Vereine leben." Und Lawall machte deutlich: Nach Ansicht der Verwaltung sollten auch die Jugendlichen für die Hallennutzung zahlen. Dann gingen sie auch sorgsamer mit den Hallen um. Es sei eine Art Disziplinierungsmaßnahme. Im Übrigen, so Lawall, werde mit dieser Entgeltordnung auch die Ungerechtigkeit gegenüber Vereinen mit eigenen Sportstätten behoben. Die vier Fraktionen im Ausschuss - SPD, CDU, Linke und Freie Wähler - sahen sich jedoch nicht in der Lage, über die Verwaltungsvorlage abzustimmen. Das Ganze wurde vertagt. Die Mehrheit von SPD, Linke und Freien Wählern war sich allerdings einig, dass eine solche Entgeltordnung kommen muss. Die CDU sah darin aber einen falschen Ansatz. Bernd Quint wies darauf hin, dass die Verwaltung in diesem Jahr auch vorhabe, die Vereinszuschüsse zu kürzen. Das Ganze müsse mit den Vereinen abgesprochen werden. Sie müssten genau wissen, was auf sie zukommt. Max Detemple, der Fraktionssprecher der Linke, machte deutlich: "Dass Erwachsene zahlen müssen, ist in Ordnung. Allerdings tun wir uns schwer, für das Training der Jugendlichen etwas zu verlangen." Denn Vereine legten bei der Jugendarbeit immer drauf, so Detemple. Zum einen seien die Mitgliedsbeiträge gering, dafür die Trainer teuer.So sah das auch Klaus-Dieter Nemecz (Freie Wähler). Er erklärte: "Gebühren müssen erhoben werden. Allerdings sind 2,50 Euro für das Jugendtraining zu hoch." Und: Das Ganze müsse mit den Vereinen abgesprochen werden. "In Anbetracht der finanziellen Lage der Gemeinde kommen wir um Hallenbenutzungsgebühren nicht herum", sagte Harald Thinnes (SPD). 2,50 Euro für das Jugendtraining seien aber zu hoch, ein Euro sei angemessen.

HintergrundDer Turnverein Quierschied ist der größte Sportverein in der Gemeinde. Er hat 1450 Mitglieder, 850 davon sind Kinder und Jugendliche. Werner Immesberger ist der Vorsitzende. Er kann die Einführung von Hallenbenutzungsgebühren nachvollziehen. Er sagt: "Wir rechnen mit einer jährlichen Belastung von rund 6000 Euro." Und er gesteht: "Das ist eine große Herausforderung für uns." Für Gerd Nix, den Ehrenvorsitzenden des Turnvereins, steht fest: "Die Gebühren für Jugendliche müssen so gering wie möglich gehalten werden." Denn mit ihrer Jugendarbeit erfüllten die Vereine eine wichtige soziale Aufgabe. ll