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Velo visavis: Radroute wird jetzt Realität

Velo visavis: Radroute wird jetzt Realität

Quierschied/Saarbrücken

Quierschied/Saarbrücken. Wie Regionalverbandsdirektor Peter Gillo am Freitag mitteilte, bestehen die Ausbaumaßnahmen aus der Herrichtung von stark zugewachsenen Wegen, der Aufbereitung der Wege-Oberfläche durch ein sogenanntes Uhrglasprofil, dem Aufbringen einer Schotterverbunddecke, die sich gut für Freizeiträder mit breiten Reifen eignet, sowie einer entsprechenden Radrouten-Beschilderung.Gillo wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Regionalverband seit dem Jahr 2007 mit seinen elf Kommunen Zug um Zug das regionale Radroutennetz Velo visavis ausbaue. Dieses Vorhaben werde mit einem Fördersatz von 50 Prozent aller Kosten durch die Europäische Union im Rahmen des Programms Interreg finanziert.

Die Idee für eine Velo visavis-Route durchs Fischbachtal geht auf eine Initiative aus der Gemeinde Quierschied zurück. Schon lange wünschte man sich hier die Möglichkeit, auch mit dem Rad in die Landeshauptstadt fahren zu können. Diesem Wunsch, so Peter Gillo, stehe bisher aber das enge, durch den Bergbau landschaftlich stark beeinträchtigte Tal entgegen, das an vielen Stellen kaum Platz für die Landstraße lässt. Sie sei nicht breit genug für einen Radweg parallel dazu. Nur unter enormem finanziellem Aufwand könnten einerseits massive Aufschüttungen oder andererseits Eingriffe in die Felswand die nötige Straßenbreite ermöglichen. Doch die Fischbachtal-Aue sei ein sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet. Dieser Naturschutzstatus erfordere für fast alle Eingriffe in die Landschaft Gutachten und Genehmigungen auf europäischer Ebene.

Eine touristische Radroute auf Forstwirtschaftswegen, die zwar teilweise alt und zugewachsen sind, aber immerhin zum Landschaftsbild gehören, erfordert hingegen laut Regionalverband nur ein naturschutzrechtliches Genehmigungsverfahren auf Landesebene. Fast zwei Jahre hätten die Erstellung dieses Gutachtens und seine Prüfung bis zur Genehmigung gedauert. Jetzt seien alle Belange des Natur- und Wasserschutzes geprüft und genehmigt.

An einer Stelle ist ein Wegebau von 800 Metern Länge mit einer Querung des Fischbaches erforderlich. Hier arbeiten Stadt Saarbrücken und Regionalverband zusammen. Um der Rußhütte eine erneute Überschwemmung wie das Jahrhundert-Hochwasser 2009 zu ersparen, hat die Stadt Rückhaltemaßnahmen geplant, die Wassermassen in der Aue stauen. Die Radwege-Trasse wird auf der kleinen Staumauer geführt. Baubeginn ist voraussichtlich noch im Herbst. mh