Saarlandmeisterschaft im Beach-Tennis: Urlaubsstimmung in Strandliegen

Saarlandmeisterschaft im Beach-Tennis : Urlaubsstimmung in Strandliegen

Karibische Klänge und Cocktails: Bei der Saarlandmeisterschaft im Beach-Tennis ging es in Quierschied locker zu. Die Teilnehmer wollten zwar ihre Kräfte messen. Doch der Spaß durfte bei der Veranstaltung nicht zu kurz kommen.

Tennis – der Begriff wird auch mit piekfeinen Damen und Herren in Verbindung gebracht, die in den Logen des Centre Courts in Wimbledon steif vor ihren Champagner-Flöten sitzen. Und den Ballwechseln der stets in weiß gekleideten Spieler höchstens ein reserviertes Klatschen zuteil werden lassen. Das Gegenteil davon war die Saarlandmeisterschaft im Beach-Tennis, die am vergangenen Samstag in Quierschied ausgetragen wurde: Flip-Flops statt elegantem Schuhwerk. Cocktails statt Champagner. Urlaubsstimmung statt förmlicher Etikette. Die Zuschauer auf der Anlage im Altwiestal verfolgten die Partien auf Strandliegen. Die Spielfeldbegrenzungen auf den Sandplätzen zierten Bildern von Palmen und Strand. Karibische Klänge wummerten aus den Lautsprecher-Boxen.

„Beach-Tennis ist ein Funsport. Die Spieler kommen zwar auch hierher, um sich zu messen. Aber das ist keine knallharte, leistungsorientierte Veranstaltung“, erklärte Turnierleiter Pascal Lang vom Tennis-Club (TC) 67 Quierschied. Der richtete die Saarlandmeisterschaft zum sechsten Mal aus. Lang ergänzte: „Wenn die Spieler uns sagen, dass sie bei uns eine gute Zeit hatten und wiederkommen wollen — dann haben wir unsere Arbeit richtig gemacht.“ Maxi Lichtenhagen vom TC Rotenbühl sagte: „Ein bisschen Ehrgeiz ist natürlich auch dabei. Aber ich glaube, alle hier sind sich einig, dass der Spaß im Vordergrund steht.“

Lichtenhagen trat in Quierschied im Doppel mit Tanja Naumann vom gastgebenden TC 67 an. Seit zehn Jahren kennen sich die Studienfreundinnen, seit fünf Jahren spielen sie gemeinsam Beach-Tennis. „So lange schon — und trotzdem haben wir vor jedem Turnier wieder unsere Taktik vergessen? Heute haben wir irgendwann sogar die Schläger vertauscht“, flachste die 29 Jahre alte Naumann. Ob das der Grund dafür war, dass die beiden im Finale gegen Judith Ehl und Rebecca Krier (beide TC Beaumarais) mit 0:6 und 2:6 das Nachsehen hatten?

Im Herren-Doppel gewann mit den Mannheimern Thomas Wunder und Thomas Fecker ein Duo, das für die offene Saarlandmeisterschaft extra aus Baden-Württemberg angereist war. Fecker und Wunder traten nicht nur im roten Partner-Dress an. Das Doppel vom TC Harmonie Mannheim erwies sich als eingespielt und begeisterte die Zuschauer mit waghalsigen Rettungsaktionen und spektakulären Punktgewinnen. Im Spiel gegen Marc Gitzinger vom TC St. Ingbert und Mathias Wilhelm vom TV Hülzweiler gerieten aber auch die starken Mannheimer mächtig ins Schwitzen. Sie gewannen erst den entscheidenden Match-Tiebreak mit 10:7.

Grund zur Freude hatten auch die elf Jahre alten Tim Daniel und Ben Darke. Die Schüler der Saarbrücker Willi-Graf-Schule waren mit Abstand die jüngsten Teilnehmer der Herren-Konkurrenz. Sie erwiesen sich für die meisten Gegner als harte Nuss. Müde sei er nach dem Turnier, aber glücklich, erzählte Tim Daniel, der für den TC Riegelsberg spielt. Er ergänzte stolz: „Wir haben ein Spiel gewonnen und sind nicht Letzter geworden.“

29.07.17,Saarlandmeisterschaft Beach Tennis mit Paddles, Ausrichter: TC 67 Quierschied, Willi Meiser Beach Anlage, im Bild:Tanja Naumann, Maxi Lichtenhagen , Carina Vogelpoth, Anna Bastian, Foto:c:\Peter Franz\Spektrum Bilderdienst. Foto: spektrum bilderdienst/Peter Franz
Tanja Naumann und Maxi Lichtenhagen (im Hintergrund von links) spielen gegen Anna Bastian und Carina Vogelpoth (vorne von links). Das Duo schaffte es bis ins Finale, wo es aber eine Niederlage gab.

Nicht nur wegen der Ballwechsel schön anzusehen war das Finale im Mixed, das bei glutrotem Sonnenuntergang stattfand. Wilhelm und Ehl gewannen das Endspiel gegen Gitzinger und Krier mit 6:4, 3:6 und 10:7. „Mach dir nicht so viele Gedanken, hab einfach Spaß — und dann schauen wir, was passiert“, hatte Gitzinger seiner Doppelpartnerin Krier vor dem entscheidenden Match-Tiebreak zugerufen. Ein Satz wie ein Sinnbild für das, was die Saarlandmeisterschaft im Beach-Tennis in Quierschied ausgemacht hat.

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