Und wieder eine abscheuliche Tat

Zum zweiten Mal innerhalb eines dreiviertel Jahres ist der Friedhof in Fischbach wieder der Ort einer abscheulichen Tat von Störung der Totenruhe und Vandalismus geworden. Diesmal sind noch unbeklannte Täter in die Leichenhalle des Gottesackers eingedrungen. Anschließend brachen sie die Holztür einer Kühlkammer auf, die dabei schwer beschädigt wurde. Den in der Kühlkammer befindlichen Sarg mit einer Leiche ließen der oder die Täter allerdings unbehelligt. Dafür wurden die Blumendekoration und einige Kerzenständer umhergeworfen. Der Sachschaden beläuft sich laut Polizei auf etwa 1000 Euro. "Die Tat wurde von einem Angehörigen entdeckt und sofort gemeldet", erklärt Bürgermeister Lutz Maurer, der selbst sofort vor Ort war: "Gott sei Dank wurde an den Särgen nichts gemacht. Trotzdem: Das ist kein Streich aus der Hexennacht. Das ist einfach geschmacklos."

Schon Ende September 2016 war der Fischbacher Friedhof Schauplatz sinnloser Zerstörungswut. Damals wurden ein Gedenkkreuz für die Opfer des Grubenunglücks in Camphausen und weitere 37 Gräber über Nacht mit roter und grüner Farbe beschmiert. Die Gemeinde setzte eine Belohnung aus für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen. Doch alle Bemühungen verliefen im Sande. Der oder die Grabschänder sind noch immer auf freiem Fuß. Dabei sind die vorliegenden Vergehen alles andere als Kaverliersdelikte oder Dumme-Jungen-Steiche. Ungeachtet der Sachbeschädigung wird die Störung der Totenruhe nach Paragraph 168 des Strafgesetzbuchs mit einem Strafmaß von bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafe geahndet. Schon im Herbst kam die Frage auf, wie man künftig Übergriffe auf Friedhöfe verhindern könnte. Die Erkenntnisse waren schon damals wenig befriedigend: Sowohl der Einsatz von Video-Überwachung wie auch eine Kontrolle durch einen Sicherheitsdienst "überschreitet die Möglichkeiten", hatte Lutz Maurer gesagt. "Es bringt nichts, den Eingang zu überwachen, solange man auch von der Seite herankommt", so der Bürgermeister auf Anfrage der SZ gestern, "wir hatten den Sicherheitsdienst aufgefordert, verstärkt ein Auge auf den Friedhof zu werfen, aber nochmal: Wir haben nicht die Möglichkeiten, ein solches Gelände 24 Stunden zu überwachen." Laut Maurer sieht die Polizei derzeit keinen Zusammenhang zwischen beiden Taten. Die Ermittlungen im aktuellen Fall dauern an. Hinweise zur Tat - aber auch zum Frevel vom September - nimmt die Polizei in Sulzbach unter Tel. (0 68 97) 933-0 entgegen.