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Farben- und Notenfroh
Umzug wie an Fastnacht – nur bei 30 Grad

 Die Quierschder Wambe mit befreundeten Vereinen und Musikgruppen beim Umzug auf dem Weg zum Festplatz.
Die Quierschder Wambe mit befreundeten Vereinen und Musikgruppen beim Umzug auf dem Weg zum Festplatz. FOTO: Thomas Seeber
Quierschied. Teilnehmer und Zuschauer waren am Wochenende „Wambasdischgrudddruff!“. Sommer-Fest macht seinem Namen alle Ehre. Von Petra Pabst

Die Mitglieder des Quierschieder Karnevalsvereins „Die Wambe“ können mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Obwohl erst in rund vier Wochen offizieller Sommeranfang ist, feierten sie bereits am Wochenende ihr Sommer-Fest, und prompt lieferte der Wettergott mit 30 Grad im Schatten beste Voraussetzungen dafür.


Die Anwohner der Straße In der Humes staunen nicht schlecht, als sich mit lauter Gugge- und Fanfarenmusik am Samstagnachmittag der Umzug der Karnevalisten nähert. Überall öffnen sich Türen und Fenster und die Leute treten vors Haus, um die Quelle des Spektakels zu ergründen. Fabriola Amaraddio wartet schon mit Tochter Stella und deren Freundin Fiona. „Meine Freundin Dorothee Lang hat mich gerade per Handy informiert, dass da gleich der Umzug kommt, das wollten wir uns nicht entgehen lassen“, berichtet sie. Wenig später erscheint die Besagte. „Es ist schon etwas verrückt für diese Jahreszeit, aber ich glaube, die sind alle ganz froh, mal bei einem Umzug nicht zu frieren“, sagt sie schmunzelnd. Man hört die Musik schon von Weitem, und schließlich biegt der Lindwurm mit viel Rabatz um die Ecke. Die Sulzbacher Gugge-Musiker Nodepirade und der Fanfarenzug der NKV Elversberg sorgen mit ihren rhythmischen Klängen dafür, dass auch keiner das Geschehen verschläft.

So ziehen sie bis zum Gelände am Vereinsheim in der Glashütter Straße, wo schon alles für das Sommerfest der Wambe vorbereitet ist. Anwohnerin Roswitha Mees verfolgt den Trubel von ihrer Haustüre aus. „Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Teilnehmer und weitere Vereine da mit machen würden. Dann hätten wir nochmal einen richtigen Karnevalsumzug“, sagt sie. Nur eines vermisst man: Die karnevalstypischen Kostüme und Verkleidungen. „Das hat schon seine Richtigkeit“, klärt Elferratspräsident Wolfgang Schug auf und weiter: „Wir haben ja am Karnevalsdienstag die Fastnacht beerdigt. Diese Tradition pflegen wir hier in Quierschied mit einer feierlich-traurigen Zeremonie. Und bis zur Eröffnung der nächsten Session tragen wir natürlich keine Mützen, Orden oder Kostüme.“



Das tut der guten Stimmung allerdings keinen Abbruch, denn feiern können die Wambe auch ohne Kostüme. Am Getränkewagen herrscht bei den Temperaturen reger Andrang, und alle freuen sich auf den Fassbieranstich, den in diesem Jahr kein Geringerer als Ministerpräsident Tobias Haas gemeinsam mit der Ehrensenatorin Karin Lawall macht. Die Gäste lassen sich das frisch gezapfte kühle Blonde schmecken, genießen Würste und Schwenker vom Grill oder den hausgemachten Dibbelabbes mit Apfelmus. Bis zur späten Stunde sorgt das DJ-Duo „Back2Back“ für ordentlich Stimmung.

Am gestrigen Sonntag machte ein Frühschoppen den Auftakt bei Begleitung der Musikfreunde Quierschied. Zudem trafen sich die Vertreter des Regionalverbands Kreis Ill vom Verband Saarländischer Karnevalsvereine in den Räumen des Vereins. Am Nachmittag hatte die Vereinsjugend bei Kaffee und Kuchen ein buntes Programm aus Tanz und Gesang für seine Zuschauer zusammengestellt. „Ich bin der Gemeinde sehr dankbar, dass sie es geschafft hat, die Sanierungsarbeiten am Vereinshaus noch rechtzeitig fertig zu stellen“, lobt Ober-Wambe Dirk Götzinger. „Erst am Freitag ist das Gerüst abgebaut worden, und jetzt sieht es top aus.“

Er schaut gemeinsam mit seinem Orga-Team, dass alles glatt läuft, hält sich aber ansonsten lieber im Hintergrund. „Ich bin zwar seit letztem Jahr erster Vorsitzender, aber letztlich bin ich nur e Wambe , genau wie alle anderen auch“. Aber dass er stolz ist auf seinen Verein, spürt man deutlich.

„Bei uns darf jeder mitmachen, egal wie alt, egal welcher Herkunft. Mit unseren über 100 Aktiven und noch viel mehr Mitgliedern nehmen wir aktiv am Ortsleben teil. So stellen wir beispielsweise beim Beach-Volleyball-Turnier im August in diesem Jahr sogar drei Mannschaften. Wir legen großen Wert darauf, dass wir auffallen, aber im positiven Sinne. Wir sind einfach „Wambasdischgrudddruff!“, sagt er lachend und damit hat er dann auch schon das Motto der kommenden Session verraten.